Über uns

Unsere Geschichte

Andrew Howard
© Andrew Howard

African Parks ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation, die die gesamte Verantwortung für die Rehabilitation und das langfristige Management von Nationalparks in Partnerschaft mit Regierungen und lokalen Gemeinden übernimmt. Wir verwalten momentan 16 Nationalparks und Schutzgebiete mit einer Landfläche von fast 11 Millionen Hektar in 10 Ländern: Benin, der Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, der Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Simbabwe, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik.

Die Organisation wurde im Jahr 2000 gegründet, um auf den dramatischen Rückgang von Schutzgebieten zu reagieren, ausgelöst durch schlechte Verwaltung und mangelnde Finanzierung. African Parks verfolgt einen klaren wirtschaftlichen Ansatz für die Erhaltung der afrikanischen Tier- und Pflanzenwelt, die Sicherung weitläufiger Landschaften und den Schutz der Parks, ihrer Wildtiere und menschlichen Bewohner. Damit jeder Park langfristig ökologisch, sozial und finanziell nachhaltig ist, legt African Parks den Fokus auf wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung in den umliegenden Gemeinden.

Unsere Schutzgebiete bilden das ökologisch vielfältigste Portfolio an Parks unter Verwaltung einer einzigen Organisation in ganz Afrika. Unser Ziel ist es, 20 Parks bis 2020 zu verwalten.

Die Herausforderung

Weltweit ereignet sich eine Naturschutzkrise, die zum Verlust unzähliger Arten und der Zerstörung unberührter Landschaften führt. Schutzgebiete befinden sich in einer kritischen Phase, da die Zahl der gut verwalteten Parks drastisch abnimmt. Parks, die nicht verwaltet werden, gehen verloren; die Verbleibenden gewinnen an Wert und sind dadurch noch stärker bedroht. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die unersättliche Nachfrage nach:

  • Wertvollen Gütern: Elefanten, Nashörner und Löwen werden in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet von zunehmend militarisierten Wilderei-Netzwerken verfolgt, angetrieben von einem illegalen Markt für Wildtiere in Höhe von 20 Milliarden USD pro Jahr.

  • Protein: Der Bedarf an Eiweiß in Form von Buschfleisch und Fisch steigt mit zunehmender Bevölkerungszahl. Dort, wo weder eine formelle Rechtsdurchsetzung noch strenge traditionelle Sanktionen gegen die Gewinnung von Buschfleisch oder Fisch existieren, werden große Teile Afrikas ihrer Wildtiere und anderer natürlicher Ressourcen beraubt. 

  • Energie: Zugang zu Energie ist ein menschliches Grundbedürfnis. Der Energiebedarf in Form von Brennholz und Holzkohle stellt eine große Herausforderung dar und verursacht erhebliche Lebensraum- und Artenverluste. 

  • Land: Die Landumnutzung, beispielsweise für Landwirtschaft oder Energiegewinnung durch Brennholz oder Holzkohle, führt zu einer noch nie dagewesenen Rate an Lebensraumverlust und Fragmentierung. Nach der Zerstörung von Lebensräumen ist es aus politischen und finanziellen Gründen nahezu unmöglich, sie wieder in ihren natürlichen Zustand zu versetzen.

Trotz dieser Herausforderungen haben wir die Chance, vorhandene Schutzgebiete zu sichern und den Verlauf des Naturschutzes in Afrika positiv zu verändern. African Parks ist die einzige Organisation, die vertragliche Mandate mit Regierungen über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren absichert und die gesamte Verantwortung für das Parkmanagement und die Rechtsdurchsetzung übernimmt. Durch den Erhalt der Natur, die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Armutsbekämpfung in den umliegenden Gemeinden verfolgt African Parks die Mission, jeden Park auf lange Sicht ökologisch, sozial und finanziell nachhaltig zu machen.

Das African-Parks-Modell

Managementauftrag: hundertprozentige Rechenschaftspflicht

Scott Ramsay
© Scott Ramsay

African Parks war Vorreiter des öffentlich-privaten Partnerschafts-Modells (oder Public Private Partnership, PPP) für die Verwaltung von Schutzgebieten. In diesem Modell übernimmt African Parks die gesamte Verantwortung und führt alle Managementfunktionen aus. Die Organisation ist gegenüber der Regierung rechenschaftspflichtig, welche Eigentümerin der Parks und Politikführerin ist. Das Modell zeichnet sich durch folgende drei Ansätze aus: langfristige Vereinbarungen (Mandate), die Einführung von Finanzierungslösungen (Geld) und die Etablierung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und -verwaltung durch die Schaffung separater juristischer Personen mit Sitz im Gastland, wobei ein Vorstand die wichtigsten Interessengruppen vertritt (Management).

Sobald Mandat, Finanzierung und Management eingerichtet sind, setzt African Parks die folgenden fünf Säulen um, die verschiedene Maßnahmen umfassen, um die Wiederherstellung von Schutzgebieten und letztlich deren langfristige Nachhaltigkeit zu erreichen:

  1. Rechtsdurchsetzung: eine Grundvoraussetzung für die langfristige Nachhaltigkeit eines jeden Parks
  2. Erhaltung der Biodiversität: die aktive Verwaltung der Arten und ihrer Lebensräume
  3. Kommunalentwicklung: der Aufbau von Unterstützergruppen für den Naturschutz durch die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung
  4. Tourismus und Gewerbe: Gut gemanagte Parks tragen direkt zur lokalen und nationalen Wirtschaft bei
  5. Management & Infrastruktur: unerlässlich für die Organisationsführung und ein effektives Parkmanagement

Unsere Erfolgsbilanz

Durch unsere Erfahrung im Management von Schutzgebieten sind wir gut positioniert, 20 Parks bis 2020 zu verwalten. Einige unserer größten Erfolge:

  • African Parks verwaltet 16 Parks mit einer Gesamtfläche von über 10,5 Millionen Hektar; darunter befinden sich 7 der 11 Biome des Kontinents. Es gibt keine Nichtregierungsorganisation in Afrika, die für biologisch und ökologisch vielfältigere und anspruchsvollere afrikanische Gebiete verantwortlich ist.

  • Mit über 1 000 Rangern haben wir die größte Anti-Wilderei-Einheit einer Naturschutzorganisation in Afrika geschaffen. Unsere Ranger sind oft die einzige Stabilisierungsmacht in den ärmsten und abgelegensten Gebieten Afrikas. Allein 2018 beschlagnahmten sie 59 322 illegale Wildtier-Produkte, entfernten 16 863 Fallen und verhafteten 797 Personen.
  • Das Majete-Wildtierreservat in Malawi entwickelte sich von einem Park ohne Wildtiere, Einkommen und Personal zu einem „Big Five“-Park, der mehr als 490 Menschen beschäftigt und 2018 über 560 000 USD an Tourismuseinnahmen generierte. Majete war einer der Herkunftsorte der historischen „500 Elephants”-Umsiedlung, bei der 520 Elefanten und 2 000 Wildtiere aus Majete und Liwonde nach Nkhotakota verlegt wurden. Bis heute hat Majete nicht einen Elefanten oder ein Nashorn an Wilderer verloren und 2018 erhielt das Reservat eine Gründerpopulation von 13 Giraffen aus Südafrika.
  • Dank unserer erfolgreichen Rechtsdurchsetzung im Zakouma-Nationalpark in Tschad nimmt die Elefantenpopulation zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt wieder zu: 2018 konnten 560 Tiere nachgewiesen werden. Seit 2013 wurden 24 Schulen gebaut, 6 646 Kinder erhielten eine Ausbildung. Mehr als 25 000 Touristen besuchten den Park seit 2010, 50 Prozent davon waren tschadische Staatsangehörige, und mehr als 1,7 Millionen USD wurden durch Tourismuseinnahmen erwirtschaftet. Heute ist Zakouma einer der größten Arbeitgeber der Region.
  • Seit 2010 entwickelt sich der Akagera-Nationalpark in Ruanda ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltig. Im Jahr 2015 wurden Löwen nach ihrer Ausrottung in den 90er Jahren im Park wiederangesiedelt. Ihre Population hat sich seitdem verdreifacht. 2017 wurden 18 Östliche Spitzmaulnashörner erfolgreich wiederangesiedelt, was dem Akagera-Nationalpark seinen „Big Five“-Status verlieh. Infolge der wachsenden Tierpopulationen verzeichnete der Tourismus im Akagera-Nationalpark seit 2010 einen Anstieg um über 700 Prozent: Mehr als 44 000 Touristen besuchten den Park im Jahr 2018, von denen die Hälfte ruandische Staatsangehörige waren. Der Tourismus generierte Rekordeinkünfte von 2 Millionen USD, die in den Park und die lokalen Gemeinden zurückfließen. Der Akagera-Nationalpark ist zu 80 Prozent eigenfinanziert.
  • Im Garamba-Nationalpark, dem Epizentrum oder „Ground Zero“ der Elefantenwilderei, führte unsere im Jahr 2016 überarbeitete Rechtsdurchsetzungsstrategie zu einer 98-prozentigen Abnahme der Elefantenwilderei. Die wichtigsten Wildtierpopulationen nehmen zu. Mit der erhöhten Sicherheit haben wir begonnen, eine Initiative für nachhaltige Entwicklung umzusetzen, von der mehr als 100 000 Menschen in der Umgebung des Parks betroffen sein werden. Die Initiative liefert zuverlässig Strom und entwickelt Einrichtungen für Bildung, Medizin und sauberes Wasser.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit