African Parks│26. Juli 2019

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wurden Geparden im Majete-Wildtierreservat wiederangesiedelt

Zwei Jahre nachdem Geparden im Liwonde-Nationalpark in Malawi wiederangesiedelt wurden, konnten vier Tiere aus Südafrika in das Majete-Wildtierreservat umgesiedelt werden, um dort eine Gründerpopulation zu bilden und das Verbreitungsgebiet der gefährdeten Großkatze zu erweitern.

Lilongwe, Malawi: Eine kleine Gründerpopulation wilder Geparden wurde erfolgreich von Südafrika in das Majete-Wildtierreservat in Malawi verlagert, wo seit Jahrzehnten keine Geparden mehr lebten. Geparden waren zwanzig Jahre lang in Malawi gänzlich verschwunden, bevor sie 2017 durch eine erfolgreiche Wiederansiedlung in den Liwonde-Nationalpark zurückgebracht wurden. Die Umsiedlung vierer Geparden am Donnerstag, 25. Juli, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der NGO African Parks – welche Majete und Liwonde in Zusammenarbeit mit dem malawischen Department of National Parks and Wildlife (DNPW) verwaltet – und dem Endangered Wildlife Trust (EWT). Die Gepardenansiedlung unterstützt andere Artenschutzmaßnahmen für Geparden auf dem Kontinent und ist ein weiterer Meilenstein in der Wiederherstellung der Raubtierpopulationen Malawis.

Unsere Partnerschaft mit dem malawischen DNPW und die Kollaboration mit dem EWT helfen, die Zukunft einer ikonischen Raubtierart zu sichern. Indem wir Geparden nach Majete zurückführten, haben wir einen weiteren wichtigen Schritt erreicht, um das einst zerstörte Ökosystem in ein blühendes Reservat zu verwandeln und wichtige regionale Erhaltungsmaßnahmen für Raubtiere zu unterstützen, so John Adendorff, Parkmanager des Majete-Wildtierreservats Er fügte hinzu: Effektiv bewirtschaftete Parks wie Majete schaffen sichere Zufluchtsorte für Wildtiere und bieten Millionen von Menschen die Möglichkeit, von der Entwicklung naturschutzorientierter Wirtschaften und von den langfristigen Erträgen gesunder Landschaften zu profitieren.

Die gespendeten Geparden stammen aus den südafrikanischen Wildreservaten Welgevonden, Samara, Dinokeng und Madikwe. Sie wurden nach Lilongwe geflogen und dann nach Majete gefahren, wo sie am Donnerstagabend, 25. Juli, sicher ankamen. Die Geparden wurden in Gehegen freigelassen, in denen sie zur Eingewöhnung mehr als einen Monat verbringen werden, bevor sie in das größere Reservat aufbrechen dürfen. Die Tiere sind gesund; wir erwarten, dass sie in Majete gut zurechtkommen werden, da die Lebens- und Beutebedingungen dort optimal sind und wir alle Maßnahmen ergreifen, um ihren langfristigen Erhalt und ihren Schutz zu gewährleisten.

Jedes Tier wurde sorgfältig durch das Cheetah Metapopulation Project des EWT ausgewählt, welches sichere Orte für Geparden schafft und die Gepardenpopulationen verschiedener Reservate verwaltet, um deren genetische Vielfalt sicherzustellen. Der Endangered Wildlife Trust berücksichtigte bei der Auswahl der Gründerpopulation von Majete verschiedene Faktoren, unabhängig von den 2017 nach Liwonde eingeführten Geparden, um die Grundlage für einen vielfältigen und gesunden Genpool in Malawi bilden. Es ist wirklich wunderbar, Geparden in das 60. Metapopulationsgebiet zurückzubringen. Wir sind African Parks und dem DNPW dankbar, dass sie 750 km2 sicheren Raum für wilde Geparden geschaffen haben. Majete hat die ökologische Kapazität, eine wichtige lebensfähige Gepardenpopulation zu unterstützen“, so Vincent van der Merwe, Geparden-Metapopulationskoordinator des EWT.

Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass Geparden vor einigen Jahrzehnten in der Region um Majete lebten. Doch aufgrund jahrelanger Lebensraumverluste, der Wilderei und Mensch-Wildtier-Konflikten verschwanden die Geparden in Malawi, bis sie 2017 wieder im Liwonde-Nationalpark wiederangesiedelt wurden. African Parks übernahm im Jahr 2003 die Verwaltung des Majete-Wildtierreservats, dem ersten Park in unserem Portfolio, in Partnerschaft mit dem malawischen DNPW. African Parks konnte Majete mit Programmen zur Rechtsdurchsetzung, Gemeindeentwicklung und zum Naturschutz wiederherstellen. Fast 3 000 Tiere 15 verschiedener Arten wurden wiederangesiedelt, darunter auch Leoparden und Löwen. Somit ist Majete Malawis einziger ‘Big Five’-Park. Seitdem beaufsichtigten die malawische Regierung und African Parks einen Plan zur Wiederherstellung der Raubtiere in der Region, bei dem Geparden und Löwen 2017 und 2018 im Liwonde-Nationalpark angesiedelt wurden. Dank der wiedergewonnenen Sicherheit in Majete blüht die Tierwelt auf. Dies kommt wiederum den lokalen Gemeinden zugute – durch nachhaltigen Tourismus, Einkommensmöglichkeiten und sozioökonomisches Wachstum.

Geparden sind zu 90 Prozent in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten in Afrika ausgestorben und werden gemäß IUCN als gefährdet eingestuft. Nur 6 700 Individuen verbleiben in der Wildnis. Während ihre Zahl aufgrund schrumpfender Lebensräume und zunehmender menschlicher Einflüsse zurückging, bieten Schutzgebiete sichere Orte, die für das Bestandeswachstum und die Ausdehnung des Verbreitungsgebietes sowie für die Zukunft der Art auf dem afrikanischen Kontinent von entscheidender Bedeutung sind.

Die Unterstützung des niederländischen Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität für das Big Cats Programm in Malawi ermöglichte diese Gepardenumsiedlung. Der WWF-Belgien, die People's Postcode Lottery und die Wyss Foundation leisteten für das gesamte Management dieser Parks in Malawi eine wichtige mehrjährige Förderung.

Fotos und Videos finden Sie hier

Olivia Sievert Cheetah Photo
© Olivia Sievert

Über African Parks: African Parks ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation, die die gesamte Verantwortung für die Rehabilitation und das langfristige Management von Nationalparks in Partnerschaft mit Regierungen und lokalen Gemeinden übernimmt. Wir verfügen über die größte Anti-Wilderei-Einheit und die größte Landfläche einer einzigen Nichtregierungsorganisation in Afrika. Wir verwalten momentan 15 Nationalparks und Schutzgebiete mit einer Landfläche von über 10.5 Millionen Hektar in 9 Ländern: Benin, der Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, der Republik Kongo, Ruanda, Sambia, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik. Weitere Informationen finden Sie auf www.africanparks.orgTwitterInstagram and Facebook

Über das malawische Department of National Parks and Wildlife (DNPW): African Parks und das malawische Department of National Parks and Wildlife (DNPW) arbeiten seit Jahren eng zusammen, um Lebensräume zu rehabilitieren und die Biodiversität in den Parks von Malawi wiederherzustellen. Im Jahr 2003 wurde eine öffentlich-private Partnerschaft für die Verwaltung von Majete gegründet. African Parks verwaltete anschließend Liwonde und das Nkhotakota-Wildtierreservat in Partnerschaft mit DNPW, nachdem in Majete eine Erfolgsbilanz aufgestellt werden konnte.

Über den Endangered Wildlife Trust: Der Endangered Wildlife Trust (EWT) setzt sich seit über 45 Jahren für die Erhaltung von Wildtieren und Lebensräumen ein und arbeitet für seine Vision einer Welt, in der Menschen und Tiere im Einklang mit der Natur leben. Das Team des EWT setzt sich aus Spezialisten in Süd- und Ostafrika zusammen, wo Naturschutz- und Erhaltungsmaßnahmen am dringendsten benötigt werden. In Zusammenarbeit mit seinen Partnern, einschließlich Unternehmen und Regierungen, steht der EWT an vorderster Front im Bereich der Forschung zur Unterstützung von  Gemeinschaftsinitiativen, der Bewältigung von Mensch-Wildtier-Konflikten, der Überwachung bedrohter Arten und der Schaffung sicherer Orte für die Erweiterung der Wildtier-Verbreitungsgebiete. Erfahren Sie mehr unter http://www.ewt.org.za.