African Parks | 22. Dezember 2020

Größte Satellitenhalsband-Initiative zum Schutz der Wildtiere der Nationalparks Pendjari und W in Benin abgeschlossen

Cotonou, Benin: In den beninischen Nationalparks Pendjari und W wurde die größte Satellitenhalsband-Initiative der Region beendet. Insgesamt 25 Elefanten und 14 Antilopen wurden mit Satellitenhalsbändern ausgestattet, um die Überwachung und den Schutz dieser Arten in der grenzüberschreitenden Landschaft zu verstärken. Beide Parks werden von der gemeinnützigen Organisation African Parks in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für lebende Umwelt und nachhaltige Entwicklung, der Nationalen Agentur zur Förderung des Kulturerbes und Entwicklung des Tourismus (ANPT) und dem Nationalen Zentrum für die Verwaltung von Wildreservaten (CENAGREF) verwaltet. Seit 2017 arbeiten sie zusammen, um die Nachhaltigkeit dieser lebenswichtigen zusammenhängenden Ökosysteme sicherzustellen.

Seine Exzellenz Herr José Tonato, Minister für lebende Umwelt und nachhaltige Entwicklung, kommentierte das erfolgreiche Projekt: Wir unternehmen entscheidende Schritte und nutzen die innovativsten Methoden, um ein effektives Management unserer Parks zu gewährleisten und ihre natürlichen Ressourcen zur Entwicklung des Ökotourismus und Förderung des Lebensunterhalts der lokalen Gemeinden zu nutzen.“  

Pendjari und W in Benin sind Teil des W-Arly-Pendjari (WAP)-Komplexes – ein UNESCO-Weltnaturerbe, das sich über Benin, Burkina Faso und Niger erstreckt. Der WAP-Komplex beherbergt die größte Elefantenpopulation Westafrikas sowie die letzten lebensfähigen Populationen des Westafrikanischen Löwen, des Geparden und der Korrigum-Antilope. Aufgrund der anhaltenden Bedrohung durch Wilderei nahm die Elefantenpopulation über mehrere Jahrzehnte hinweg ab. Jüngste Untersuchungen ergaben, dass im gesamten WAP-Komplex nur noch etwas mehr als 3 250 Elefanten leben, von denen mehr als die Hälfte in Pendjari und W geschützt sind. Ein effektives Überwachungssystem ist daher von entscheidender Bedeutung, um genaue Informationen über die Populationsdynamik der Arten und deren Bedrohungen zu sammeln und den Schutz der Tiere zu verstärken.

Am 12. Dezember beendeten Spezialtierärzte und Parkteams einen fast dreiwöchigen Einsatz, bei dem 20 Elefanten und vier Antilopen im W-Nationalpark-Benin sowie fünf Elefanten und 10 Antilopen im Pendjari-Nationalpark erfolgreich mit Halsbändern ausgestattet wurden. Die Satellitenhalsbänder ermöglichen es den Teams, die Bewegungen der Tiere genau zu überwachen und so wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu beitragen, den Schutz der Tiere zu verbessern und Konflikte zwischen Mensch und Tier zu reduzieren.

An der Satellitenhalsband-Initiative nahmen der Minister für lebende Umwelt und nachhaltige Entwicklung, die Präfekten von Alibori, Atacora und Donga, der Generaldirektor des CENAGREF, der Exekutivdirektor der West African Savanah Foundation (FSOA), Beamte der Forstverwaltung, Bürgermeister und Vertreter der an beide Parks angrenzenden Gemeinden teil.

Dieses Projekt ist ein bedeutender Meilenstein für die ökologische Überwachung im Park. Es wird letztendlich dazu beitragen, dass wir Menschen und Wildtieren langfristig Sicherheit bieten, damit sie sich in dieser kostbaren Landschaft entfalten können, so Jean-Yves Koumpogue, Direktor des Pendjari-Nationalparks.

Nachdem wir im Juli eine Verwaltungsvereinbarung für den W-Nationalpark mit der Regierung Benins abschlossen, ist dieses umfangreiche Satellitenhalsband-Projekt ein wichtiger Fortschritt für den Park“, fügte der Direktor des W-Nationalparks, Christophe Lemée, hinzu. „Diese Aktion beweist das Engagement aller beteiligten Partner – einschließlich des Ministeriums für lebende Umwelt und nachhaltige Entwicklung, CENAGREF, ANPT und der lokalen Gemeinden – diesen Naturschatz zu erhalten und ihm die Chance zu geben, sich zu einem bedeutenden Vermögenswert Benins zu entwickeln.“

Die Regierung Benins priorisierte die Revitalisierung ihrer Schutzgebiete als ein Kernprojekt ihres nationalen Investitionsprogramms "Revealing Benin", das 2016 lanciert wurde. Mit der Vision, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit aufzubauen, initiierte sie eine Partnerschaft mit African Parks zur Verwaltung des Pendjari-Nationalparks im Jahr 2017 und anschließend zur Verwaltung des angrenzenden W-Nationalparks im Jahr 2020.

Ermöglicht wurde das Satellitenhalsband-Projekt durch die finanzielle Unterstützung der norwegischen Regierung über die UNESCO und des Elephant Crisis Fund für den W-Nationalpark sowie durch die Wyss Foundation, den Elephant Crisis Fund, die Wildcat Foundation, FSOA und die National Geographic Society für den Pendjari-Nationalpark. Dies ist die größte Initiative dieser Art, die von African Parks im WAP-Komplex durchgeführt wird.

Über den W-Nationalpark, Benin: Der W-Nationalpark in Benin, der an den Pendjari-Nationalpark angrenzt, ist Teil des grenzüberschreitenden W-Arly-Pendjari (WAP)-Komplexes, zusammengesetzt aus drei Schutzgebieten, die das größte intakte wilde Ökosystem Westafrikas darstellen. Nachdem ein vorrangiger Interventionsplan für den Park ab 2019 initiiert worden war, übernahm African Parks in Partnerschaft mit der beninischen Regierung im Jahr 2020 die vollständige Verwaltung dieses 8,000 km2 großen Gebietes, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung und dem Nationalen Zentrum für das Management von Wildreservaten (CENAGREF). Außerordentliche Maßnahmen sind nun im Gange, um den Park zu sichern, Stabilität zu schaffen und Möglichkeiten für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung zum Wohle von Menschen und Wildtieren in Benin zu schaffen. Um mehr darüber zu erfahren, besuchen Sie www.africanparks.org.

Über den Pendjari-Nationalpark: Pendjari ist Teil einer bedeutenden Triade von Nationalparks und Reservaten in Westafrika, in denen 90 Prozent der verbleibenden Population des Westafrikanischen Löwen lebt. Der Pendjari-Nationalpark ist einer der neuesten Parks im Portfolio von African Parks, und der erste in Westafrika. Der im Nordwesten Benins gelegene Park umfasst eine Fläche von 4 800 km². Er ist Hauptbestandteil des länderübergreifenden Komplexes W-Arly-Pendjari (WAP) der sich mit seinen 35 000 km² über drei Länder erstreckt: Benin, Burkina Faso und Niger. Hierbei handelt es sich um das größte intakte Ökosystem Westafrikas und den letzte Zufluchtsort für die größte Elefantenpopulation der Region und die vom Aussterben bedrohten Westafrikanischen Löwen, von denen nur noch weniger als 400 erwachsene Tiere existieren. Erfahren Sie mehr auf www.africanparks.org

Kontakt:

Jacques KOUGBADI, African Parks Benin

jacquesk@africanparks.org, +229 97 89 06 79