African Parks | 29. Mai 2020

Die Regierung der Zentralafrikanischen Republik und African Parks unterzeichnen eine neues Abkommen zur Verwaltung eines der größten Schutzgebiete Zentralafrikas

Bangui, ZAR: Die Regierung der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) und die Umwelt- und Artenschutzorganisation African Parks unterzeichneten kürzlich ein 25-jähriges öffentlich-privates Abkommen zur gemeinsamen Verwaltung von Chinko. Ziel dieses Mandats ist es, das unter Schutz stehende Gebiet zu erweitern und die angrenzenden Landkorridore um Chinko miteinzubeziehen, sodass insgesamt 5,5 Millionen Hektar im Südosten der ZAR unter die Verwaltung von African Parks fallen. Der Schutz dieser wichtigen Lebensräume dient nicht nur der biologischen Vielfalt – er erhält auch die natürlichen Ressourcen und fördert die Stabilität, um das Leben der dort ansäßigen Gemeinschaften zu verbessern.

Das Abkommen verbindet Chinko geographisch mit den bestehenden Reservaten Yata-Ngaya und Zémongo sowie dem André-Felix-Nationalpark. Mit einer Gesamtfläche von acht Millionen Hektar bergen diese Gebiete das Potenzial, die größte zusammenhängende geschützte Wildnis Afrikas zu bilden. Zudem umfassen sie mit zwei großen mehrjährigen Flüssen eines der unberührtesten Süßwassersysteme der Welt.

Unsere öffentlich-private Partnerschaft mit African Parks baut auf einer Beziehung auf, die 2014 begann und bereits zur Erneuerung Chinkos beigetragen hat“, so Seine Exzellenz Amit Idriss, Minister für Wasser, Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei (MEFCP). Dieses neue Abkommen ermöglicht es uns, die Wirkung guter Regierungsführung zu steigern und den Wert von Partnerschaften zu demonstrieren, die Landschaften sichern, um Stabilität, biologische Vielfalt und nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Obwohl sich Chinko in einer der konfliktreichsten Regionen des Kontinents befindet, verfügt es über eine sehr hohe Biodiversität und beherbergt als eines der einzigen Gebiete auf der Welt sowohl Savannen- als auch Regenwaldarten. Chinko ist Zentralafrikas letzter Zufluchtsort für afrikanische Wildhunde und eine Hochburg für Östliche Schimpansen, alle vier afrikanischen Pangolinarten, Riesen-Elenantilopen und 24 Karnivorenarten – von Löwen bis zu Afrikanischen Goldkatzen. Leider verschwanden die wichtigsten Säugetierpopulationen in Chinko vor Beginn dieses ehrgeizigen Umweltschutzprojekts um bis zu 95%, zurückzuführen auf die Wilderei und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Die Transhumanz verschlechterte die Situation – bewaffnete Hirten aus dem Sudan führten Hunderttausende Rinder zur Beweidung durch das Gebiet, wodurch Konflikte mit den lokalen Gemeinschaften entstanden.

Im Jahr 2014 unterzeichnete African Parks erstmals ein Verwaltungsabkommen für Chinko zur Wiederherstellung der Sicherheit für Menschen und Tiere. Chinko ist eine der optimistischsten Umweltschutzgeschichten Zentralafrikas. Die neue Vereinbarung mit der Regierung der Zentralafrikanischen Republik spiegelt die Ergebnisse wider, die in den letzten sechs Jahren gemeinsam erzielt wurden, um Gefahren zu reduzieren und Inseln der Erholung zu schaffen“, sagte Peter Fearnhead, CEO von African Parks.Dies zeigt, dass es auch in komplexen Gebieten möglich ist, durch die Zusammenarbeit mit der Regierung, den lokalen Gemeinschaften und Finanzierungspartnern eine bessere und sicherere Zukunft für Menschen und Wildtiere zu schaffen. Angesichts der globalen Gesundheitskrise erinnert uns dies daran, dass wir in diesen Ökosystemen Resilienz aufbauen können; an jenen Orten, welche saubere Luft und sauberes Wasser, Ernährungssicherheit, Kohlenstoffbindungen, Arbeitsplätze, Bildung und Gesundheitsversorgung liefern, um das Fundament des menschlichen Wohlergehens zu stärken.

Trotz anhaltender Herausforderungen finden Menschen und Wildtiere heute in Chinko Zuflucht. Die wichtigsten Bedrohungen wurden weitgehend vom Park ferngehalten und die Anzahl der Wildtiere ist nicht nur stabil, sondern nimmt zu. Der Park diente zeitweise als Zufluchtsort für die umliegenden Gemeinden und bot 380 Binnenvertriebenen einen Rückzugsort während einer humanitären Krise im Jahr 2017. Der Park spielt auch eine entscheidende Rolle darin, die Lebenssituation tausender Menschen zu verbessern: Chinko ist der größte Arbeitgeber der Region und finanziert die Gehälter von Lehrkräften, Ärzten und Pflegekräften. All dies ist nur dank der Unterstützung der Europäischen Union, der US-Agentur für internationale Entwicklung, des US-Außenministeriums, des Elephant Crisis Fund, der People’s Postcode-Lotterie und privater Spender möglich.

Die schiere Größe dieser Landschaft, ihr Quellgebiet, ihre Millionen Hektar unberührten tropischen Regenwaldes und bewaldeter Savanne machen sie zu einem der wichtigsten Schutzgebiete in Afrika, sagte J. Michael Fay, National Geographic Explorer in Residence und Naturschützer der Wildlife Conservation Society, der 2017 auf eine sechswöchige Expedition ging, um die Region zu dokumentieren. Es gibt nur noch wenige intakte Orte dieser Größenordnung auf der Erde, an denen eine so einzigartige Artenvielfalt zu finden ist. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, bedeutende natürliche Ressourcen zu sichern und Nachhaltigkeit in der Region zu gewährleisten, was nicht nur der Zentralafrikanischen Republik, sondern der ganzen Welt zugute kommt. Michael Fay war an der Gründung und Verwaltung von Chinko beteiligt und half maßgeblich in der Zusammenarbeit mit der zentralafrikanischen Regierung, um dieses positive Ergebnis zu erzielen.

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Über African Parks: African Parks ist eine gemeinnützige Umwelt- und Artenschutzorganisation, die die gesamte Verantwortung für die Rehabilitation und das langfristige Management von Nationalparks in Partnerschaft mit Regierungen und lokalen Gemeinden übernimmt. Wir verfügen über die größte Anti-Wilderei-Einheit und die größte Landfläche einer einzigen Nichtregierungsorganisation in Afrika. Wir verwalten momentan 17 Nationalparks und Schutzgebiete mit einer Landfläche von 13.3 Millionen Hektar in 11 Ländern: Angola, Benin, der Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, der Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Simbabwe, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik. Weitere Informationen finden Sie auf www.africanparks.orgTwitterInstagram and Facebook.