African Parks │ 13. November 2019

17 Spitzmaulnashörner wurden zur Stärkung der lokalen Population von Südafrika nach Malawi umgesiedelt

Lilongwe, Malawi: In einer der bis dato größten internationalen Spitzmaulnashorn-Umsiedlungen konnten der WWF Südafrika, African Parks, das malawische Department of National Parks and Wildlife (DNPW) und Ezemvelo KZN Wildlife insgesamt 17 Spitzmaulnashörner von Südafrika in den Liwonde-Nationalpark in Malawi umsiedeln.

Wie zwischen den Regierungen von Südafrika und Malawi vereinbart, ist das Ziel der Umsiedlung, die Population der Spitzmaulnashörner in Malawi zu stärken und regionale Erhaltungsmaßnahmen der vom Aussterben bedrohten Tierart zu unterstützen. Dies ist die erste grenzüberschreitende Umsiedlung, die der WWF im Rahmen des Black Rhino Range Expansion Projekts (BRREP) durchführte und die dreizehnte Umsiedlung des Projekts seit seiner Entstehung im Jahr 2003.

Die 17 Nashörner wurden in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal eingefangen und unter eine sechswöchige Quarantäne gestellt, bevor sie vom King Shaka-Flughafen in Durban nach Lilongwe geflogen wurden. Während des gesamten Prozesses wurden alle Vorkehrungen getroffen, um das Wohlbefinden der Tiere zu sichern. Nach ihrer Ankunft in Lilongwe wurden die 17 Spitzmaulnashörner in ihr neues Zuhause gefahren und am Dienstag, 12. November, im Liwonde-Nationalpark freigelassen, in dem sie sich gut einleben.

African Parks siedelt zudem zwei Spitzmaulnashörner von Liwonde ins Majete-Wildtierreservat um und ein Spitzmaulnashorn von Majete nach Liwonde, um die genetische Vielfalt der Tierart zu stärken. Die zwei Parks sind Teil von insgesamt vier Schutzgebieten in Malawi, die African Parks in Partnerschaft mit dem DNPW verwaltet.

Der Einsatz von African Parks, dem DNPW und den lokalen Gemeinden zur Sicherung und Wiederherstellung von Majete (seit 2003) und Liwonde (seit 2015) veränderte diese Landschaften maßgeblich. Die Wilderei konnte drastisch reduziert werden und zahlreiche Wildtierarten wurden wiederangesiedelt. Der steigende Tourismus generiert heute lebenswichtige Einkünfte für die umliegenden Gemeinden.

Dank unserer Rechtsdurchsetzungsarbeit und verschiedenen Gemeinschaftsinitiativen können wir die Sicherheit im Park gewährleisten und auf eine starke Unterstützungsbasis für Liwonde und Majete zählen. Die Schutzmaßnahmen für die Nashörner sind umfangreich und umfassen Luftüberwachung, tägliche Rangerpatrouillen und modernste Technologien zur Echtzeitüberwachung. Alle Nashörner wurden mit einem GPS-Sensor von Smart Parks ausgestattet, damit wir ihre Bewegungen jederzeit überwachen können. 

Nur noch knapp 5 500 Spitzmaulnashörner leben in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet in der freien Natur. Durch Umsiedlungen in gut gesicherte Gebiete erhalten Nashornpopulationen eine Überlebens- und Wachstumschance. Zudem bleibt ihr Erbe für künftige Generationen erhalten.

Die Umsiedlung wurde durch die Unterstützung von Stichting Natura Africae, Vale Logistics und Save the Rhino International möglich gemacht. Der WWF Belgien, die Wyss Foundation und die People’s Postcode Lottery stellten mehrjährige Spenden für die Gesamtverwaltung dieser Parks zur Verfügung. Der WWF Südafrika leitet das BRREP-Projekt und wird vom WWF Niederlande, dem WWF Nedbank Green Trust und der Ford Wildlife Foundation unterstützt.

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Kyle de Nobrega
17 Spitzmaulnashörner wurden erfolgreich von Südafrika nach Malawi umgesiedelt. © Kyle de Nobrega

Zitate

Direktor des Malawi Department of National Parks and Wildlife, Brighton Kumchedwa: „Dank dieser internationalen Zusammenarbeit hatten wir die Chance, unseren Beitrag zur Verbesserung der Perspektiven für Nashörner in Afrika zu leisten. Wir, die Regierung von Malawi, fühlen uns geehrt, Teil des Black Rhino Range Expansion Projekts zu sein. Wir sind sehr stolz auf den Fortschritt, den wir mit Partnern wie African Parks in der Erhaltung gefährdeter Arten in Malawi erzielen konnten. Indem wir unser Naturerbe in Übereinstimmung mit der wirtschaftlichen Entwicklung wiederaufbauen, ermöglichen wir den Menschen und Tieren dieses Landes eine nachhaltige Zukunft.“

Amtierender CEO, Ezemvelo KZN Wildlife, Ntsikelelo Dlulane: Es ist bemerkenswert, wie stark die Zusammenarbeit und Kooperation in diesem Projekt waren und wie diese zum Erfolg führten. Das Projekt veranschaulicht, was alles möglich ist, wenn sich AfrikanerInnen für einen gemeinsamen Zweck zusammenschließen. Der Export von Spitzmaulnashörnern in andere Verbreitungsgebiete auf dem afrikanischen Kontinent markiert einen bedeutenden Wandel in unseren Bemühungen, diese Tierart vor dem Aussterben zu bewahren. Spitzmaulnashörner sind eine unverwechselbare afrikanische Spezies; es unsere Aufgabe auf dem gesamten Kontinent, die gemeinsame Verantwortung für das Überleben dieser bedrohten Spezies zu übernehmen. Durch die Mitarbeit in dieser Initiative hat Ezemvelo eine selbstlose und mutige Entscheidung getroffen, dieses Konzept einer ‚afrikanischen Lösung’ zu unterstützen.

Parkmanager des Liwonde-Nationalparks, African Parks, Craig Reed:Die Umsiedlung von Spitzmaulnashörnern von Südafrika nach Malawi und die Umsiedlungen zwischen Liwonde und Majete sind entscheidend für die Gesundheit und das Überleben dieser wichtigen Populationen, die nun als eine Metapopulation in Malawi gemanagt werden. Gut verwaltete Schutzgebiete sind ein Rettungsanker für unzählige Tiere und Menschen. Dank der Führung der malawischen Regierung und unserer Zusammenarbeit mit dem Department of National Parks und Wildlife konnten wir sicherstellen, dass vom Aussterben bedrohte Arten wie das Spitzmaulnashorn in diese Gebiete zurückkehren können, und dass Menschen von diesen Orten profitieren können.


BRREP-Projektleiter Dr. Jacques Flamand: „Die Kontrolle des Populationswachstums ist ein wesentliches Mittel, um vom Aussterben bedrohten Tierarten wie das Spitzmaulnashorn zu erhalten. Seit 2003 hat das Black Rhino Range Expansion Project 220 Spitzmaulnashörner auf Flächen von mehr als 300 000 Hektar Land erfolgreich verlagert. Die Malawi-Umsiedlung war unser erster internationaler Einsatz und hat unsere Arbeit auf diese Region ausgedehnt. Das ist eine gute Nachricht für Spitzmaulnashörner und für alle anderen Arten, die von ihrem Dasein profitieren. Einige der soeben verlagerten Tiere sind die Nachkommen von Spitzmaulnashörnern aus früheren Umsiedlungen. Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie weit wir seit Beginn des Projekts gekommen sind.“

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Über Ezemvelo KZN Wildlife: Ezemvelo KZN Wildlife ist es zu verdanken, dass das Breitmaulnashorn, das in der Mitte des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben stand, wieder zurückgebracht wurde. Ezemvelo KNZ Wildlife waren Vorreiter mit ihrer Technik, Nashörner zu fangen und zu transportieren, um neue Populationen zu bilden, die sich erfolgreich fortpflanzen.

Über African Parks: African Parks ist eine gemeinnützige Umwelt- und Artenschutzorganisation, die die gesamte Verantwortung für die Rehabilitation und das langfristige Management von Nationalparks in Partnerschaft mit Regierungen und lokalen Gemeinden übernimmt. Wir verfügen über die größte Anti-Wilderei-Einheit und die größte Landfläche einer einzigen Nichtregierungsorganisation in Afrika. Wir verwalten momentan 16 Nationalparks und Schutzgebiete mit einer Landfläche von fast 11 Millionen Hektar in 10 Ländern: Benin, der Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, der Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Simbabwe, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik.

Über den WWF Südafrika: Der WWF Südafrika ist ein nationales Büro und Teil des WWF-Netzwerks. Wir sind eine lokale Nichtregierungsorganisation, die seit 50 Jahren auf das Ziel hinarbeitet, alle Südafrikaner zu inspirieren, im Einklang mit der Natur zu leben, zum Wohle unseres Landes und zum Wohle aller Menschen.

Über BRREP: Im Rahmen einer langfristigen Strategie betreibt der WWF das Black Rhino Range Expansion Project (BRREP), das darauf abzielt, die Anzahl und Wachstumsrate dieser vom Aussterben  bedrohten Spezies zu erhöhen. Wir arbeiten mit privaten und kommunalen Landbesitzern sowie staatlichen Umweltschutzbehörden zusammen, um große Landflächen zu identifizieren, auf denen neue Spitzmaulnashornpopulationen etabliert werden können.

Über DNPW: African Parks und das malawische Department of National Parks and Wildlife (DNPW) arbeiten seit Jahren eng zusammen, um Lebensräume zu rehabilitieren und die Biodiversität in den Parks von Malawi wiederherzustellen. Im Jahr 2003 wurde eine öffentlich-private Partnerschaft für die Verwaltung von Majete gegründet. African Parks verwaltete anschließend Liwonde, das angrenzende Mangochi-Waldreservat und das Nkhotakota-Wildtierreservat in Partnerschaft mit DNPW, nachdem in Majete eine Erfolgsbilanz aufgestellt werden konnte.