Zakouma-Nationalpark

Tschad

Der Park

Unmittelbar südlich der Sahara und nördlich der Regenwaldgebiete liegt das Greater-Zakouma-Ökosystem, ein Refugium für zentral- und westafrikanische Wildtiere.

© Marcus Westberg

Zehn Jahre Partnerschaft zwischen der Regierung der Republik Tschad und African Parks haben zu einer der erstaunlichsten Naturschutzgeschichten Afrikas geführt: der Wiederauferstehung des Zakouma-Nationalparks. Diese einzigartige sudanesisch-sahelische Landschaft, die von der Sahelzone und den fruchtbaren zentralafrikanischen Regenwäldern flankiert wird, war stark von Wilderei betroffen, was zum Verlust von 90 Prozent der Elefanten in nur acht Jahren führte. Im Jahr 2010 waren nur noch 454 übrig.

Im selben Jahr ergriff die tschadische Regierung entschlossene Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Zakouma für alle Tschader, indem sie African Parks einlud, eine langfristige Vereinbarung zur Umgestaltung des Parks zu schließen. Dank des starken Engagements der Gemeinden und der nahezu vollständigen Unterbindung der Wilderei wurde Zakouma schnell zu einem Zufluchtsort für Wildtiere und zu einer Grundlage für die regionale Stabilität. Um auf dieser Dynamik aufzubauen, schuf die Regierung 2017 das Greater-Zakouma-Ökosystems (GZE) mit der Eingliederung des Siniaka-Minia-Wildtierreservat (SMWR) und des Bahr-Salamat-Tierreservat sowie der Verbindungsgebiete unter unserem Verwaltungsmandat, um Migrationskorridore zu erhalten, die Tierwelt wiederherzustellen und die dringend benötigte Sicherheit auf Gebiete außerhalb der Parkgrenzen von Zakouma auszuweiten. In den letzten zehn Jahren haben wir schrittweise ein hocheffizientes Team zur Rechtsdurchsetzung aufgebaut und das Vertrauen der Gemeinden gewonnen, um Sicherheit und Stabilität in der Landschaft zu schaffen, damit sowohl Menschen als auch Wildtiere gedeihen können.

© Kyle de Nobrega

Der drastische Rückgang der Wilderei konnte beibehalten werden, und im Jahr 2020 konnte ein bedeutender Meilenstein erreicht werden: Seit fünf Jahren ist kein einziger Elefant mehr durch Wilderei ums Leben gekommen. Nicht nur die Wildtierpopulationen haben sich erholt, sondern der Park ist auch der größte Arbeitgeber in der Region, es wurden Schulen gebaut, Lehrer bezahlt und Tausende von Kindern gehen zum ersten Mal zur Schule. Im Dezember 2020 wurde Zakouma erneut die Ehre zuteil, den Feldmarschall des Tschad, den Präsidenten der Republik, Staatschef Idriss Deby Itno, zu empfangen, der sich von den Fortschritten in Zakouma überzeugen wollte. Die Delegation des Präsidenten, der Minister, Berater und der Gouverneur von Salamat angehörten, besuchte den Park im Rahmen einer offiziellen Reise durch die Provinzen Salamat, Batha und Guera. Der Zakouma-Nationalpark, der weltweit als eines der aufsehenerregendsten Naturerlebnisse gilt, ist zu einer nationalen Ikone und zu einem Leitbild für die Naturschutzpraxis in Afrika geworden.

Höhepunkte

  • Zakouma wurde 1963 per Präsidialerlass zum Nationalpark erklärt und erhielt damit die höchste Form des Naturschutzes nach tschadischem Recht.
  • Zwei Jahre nach Übernahme des Parkmanagements konnte African Parks die Elefantenwilderei praktisch vollständig unterbinden.
  • Heute wächst die Elefantenpopulation in Zakouma: Seit Mitte 2013 sichten wir neugeborene Kälber; die Elefantenpopulation umfasst über 660 Tiere.
  • Auch andere Arten nehmen zu, darunter die Kordofan-Giraffe (Zakouma beherbergt über 50 Prozent der weltweiten Population), die Pferdeantilope und die Lelwel-Kuhantilope. Die Büffelpopulation beträgt heute über 10 000 Tiere; 1986 war sie auf 220 Tiere beschränkt.
  • Die lokalen Gemeinden arbeiten zum Schutz der Tierwelt eng mit dem Park zusammen. Durch die Ausweitung des Kommunikationsnetzwerks können die Anwohnerinnen und Anwohner die Parkbehörden über verdächtige Aktivitäten und Bedrohungen informieren.
  • Zakouma ist einer der größten Arbeitgeber in den Regionen Salamat und Guera. Die Beschaffung von Zubehör für den Park und die Touristencamps bieten weitere Einkommensmöglichkeiten.
  • Um auf dieser Dynamik aufzubauen, schuf die Regierung 2017 das Greater-Zakouma-Ökosystem (GZE), indem sie das Siniaka-Minia-Wildtierreservat (SMWR) und das Bahr-Salamat-Tierreservat sowie die angrenzenden Gebiete in unser Verwaltungsmandat aufnahm, um Migrationskorridore zu erhalten, die Tierwelt wiederherzustellen und die dringend benötigte Sicherheit auf Gebiete außerhalb der Parkgrenzen von Zakouma auszuweiten.
  • Der Park investierte in die Unterstützung und den Bau von Schulen, von denen bisher 18 errichtet wurden, und stellte allein im Jahr 2020 69 066 US-Dollar für die Unterstützung von Lehrergehältern zur Verfügung.
  • Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie wurden alle touristischen Aktivitäten von März bis Juni in Übereinstimmung mit den Reiserichtlinien der Regierung der Republik Tschad vorübergehend ausgesetzt. Dennoch wurden im Park insgesamt 2 602 Touristen gezählt, von denen 98 Prozent Einheimische waren, die im Tinga-Camp und im Camp Dari übernachteten.

Am Horizont

Wir möchten den Lehrplan verbessern und unser Schulprogramm so erweitern, dass es den Anforderungen einer weit verstreut lebenden Bevölkerung gerecht wird. Eine weitere Priorität ist die Schaffung von Elefantenkorridoren außerhalb der Parkgrenzen. Zudem werden wir den Tourismusentwicklungsplan umsetzen, um unsere Parkeinkünfte zu steigern.

© Michael Viljoen

Partner

African Parks verwaltet den Zakouma-Nationalpark in Partnerschaft mit der tschadischen Regierung. Im Jahr 2010 wandten sich die tschadische Regierung und die Europäische Union an African Parks, um der anhaltenden Plage der Elefantenwilderei ein Ende zu setzen. Die Mandatsvereinbarung wurde im Juni 2010 unterzeichnet und African Parks begann im Oktober den Park und dessen Umgebung zu verwalten. Im Oktober 2017 verdoppelten wir unseren Einfluss in Zakouma, nachdem wir mit der Regierung eine Vereinbarung zur Verwaltung des Greater-Zakouma-Ökosystems unterzeichneten. Das neue Gebiet umfasst das Siniaka-Minia-Wildtierreservat und wichtige Wildtierkorridore.

  • The Republic of Chad
    Die Republik Tschad
    Die Republik Tschad ist Partnerin von African Parks im Management der „Greater Zakouma“-Region, einem ausgedehnten Ökosystem, zu dem der Zakouma-Nationalpark und das Siniaka-Minia-Wildtierreservat gehören. Die tschadische Regierung wandte sich auf Anraten der Europäischen Union 2010 an African Parks, mit dem Auftrag, das Management des Zakouma-Nationalparks zu übernehmen, um der anhaltenden Plage der Elefantenwilderei ein Ende zu setzen. Die Mandatsvereinbarung wurde im Juni 2010 unterzeichnet, im Oktober desselben Jahres begann African Parks den Park und das „Greater Zakouma“-Ökosystem zu verwalten.
  • Elephant Crisis Fund (ECP)

    Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala
  • European Union
    Die Europäische Union (EU)
    Die Europäische Union (EU) ist strategische Finanzierungspartnerin in Zentralafrika und stellt Ankerfinanzierungen für die „Greater Garamba“-Region in der Demokratischen Republik Kongo, die „Greater Zakouma“-Region sowie das Natur- und Kulturreservat Ennedi in Tschad, Chinko in der Zentralafrikanischen Republik und den Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo bereit. Im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds hat die Europäische Union 21,5 Millionen EUR für die „Greater Garamba“-Region (2016–2020), 10 Millionen EUR für das „Greater Zakouma“-Ökosystem (2017–2021), 6 Millionen EUR für den Odzala-Kokoua-Nationalpark (2018–2023), 4,7 Millionen EUR für das Natur- und Kulturreservat Ennedi (2018–2023) und 5,55 Millionen EUR für Chinko über das ECOFAC-VI-Programm (2019–2022) bereitgestellt. Darüber hinaus hat sich der EU-Treuhandfonds Bêkou für die Zentralafrikanische Republik zu 1,5 Millionen EUR für Chinko verpflichtet.
  • Fondation Segré
    Fondation Segré
    Fondation Segré ist eine 1996 gegründete Schweizer Stiftung, die sich dem Schutz der Biodiversität, der Erhaltung bedrohter Arten und ihres Lebensraums sowie der Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme verschrieben hat. Die Fondation Segré wurde im Jahr 2016 strategische Finanzierungspartnerin von African Parks und unterstützte unsere Arbeit in den Bangweulu-Feuchtgebieten in Sambia, in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo, im Bazaruto-Archipel-Nationalpark in Mosambik und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Bis heute hat sie African Parks mehr als 3 Millionen USD zur Verfügung gestellt.
  • U.S. Fish and Wildlife Service
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS)
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) setzt sich für die Erhaltung und den Schutz von Fischen, Wildtieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ein. Die Behörde vergab Zuschüsse zur Unterstützung unserer Anti-Wilderei-Programme in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Im Jahr 2018 unterstützte USFWS zusammen mit USAID weiterhin das Management und den Schutz von Garamba und Chinko in Zentralafrika und erneuerte seine Unterstützung des Odzala-Kokoua-Nationalparks durch den WWF im Rahmen des Sangha Tri-National and Northern Congo Forest Landscape Cooperative Agreement. USFWS setzte zudem seine Unterstützung für die Elefantenüberwachung in Zakouma fort.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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