Zakouma-Nationalpark

Tschad

Der Park

Unmittelbar südlich der Sahara und nördlich der Regenwaldgebiete liegt das „Greater Zakouma“-Ökosystem, ein Refugium für zentral- und westafrikanische Wildtiere.

© Marcus Westberg

Die Transformationsgeschichte des Zakouma-Nationalparks im Tschad ist eine der bemerkenswertesten in ganz Afrika. Zwischen 2002 und 2010 löschten Wilderer 95 Prozent der Elefanten im Park aus. Fast 4 000 Elefanten wurden wegen ihres Elfenbeins getötet, oft mehrere Familieneinheiten gleichzeitig. Die Wilderer zerstörten nicht nur die Tierwelt des Parks, sondern verursachten auch verheerende Schäden für die lokale Bevölkerung.

Im Jahr 2010 unterzeichnete African Parks auf Einladung der tschadischen Regierung ein langfristiges Abkommen zur Verwaltung von Zakouma und zur Beendigung des Blutvergießens. Als Erstes überarbeiteten wir die Rechtsdurchsetzung – mit tödlichen Folgen: Im Jahr 2012 wurden sechs unserer Ranger während ihrer Morgengebete im Hinrichtungsstil erschossen. Doch unsere Ranger gaben nicht auf. Dank ihres Einsatzes und ihrer effektiven Arbeit in den Gemeinden wurden seit 2010 nur 24 Elefanten gewildert. Zusätzlich zu unserer Rechtsdurchsetzungsarbeit bauten wir Schulen für die lokalen Gemeinden, spendeten Inventar, zahlten Lehrergehälter und ermöglichten so mehr als 1 500 Kindern eine Schulbildung. Wir bauten Landebahnen und installierten UKW-Funkgeräte, damit Mitglieder in den Gemeinden uns auf direktem Weg über illegale Aktivitäten informieren konnten. Wir stellten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und machten Zakouma zu einem der größten Arbeitgeber der Region. Touristen begannen wieder den Park zu besuchen und brachten Einnahmen für das Schutzgebiet und die Gemeinden.

© Kyle de Nobrega

Nach der Wiederherstellung des Friedens geschah ein Wunder: Elefanten pflanzten sich zum ersten Mal seit Jahren fort. Während wir 2011 nur ein einziges Kalb hatten, zählten wir 2018 bereits 127 Kälber unter fünf Jahren. Die Elefantenpopulation beträgt inzwischen 559 und wächst zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder an. Im Oktober 2017 verdoppelten wir unseren Einfluss in Zakouma, indem wir mit der Regierung eine Absichtserklärung zur Verwaltung des „Greater Zakouma“-Ökosystems unterzeichneten. Das neue Gebiet umfasst das Siniaka-Minia-Wildtierreservat und wichtige Wildtierkorridore. Seit 2010 legten wir einen langen Weg zurück: Zakouma konnte seine Vergangenheit überwinden und ist heute ein Symbol der Wiedergutmachung für Mensch und Tier.

Höhepunkte

  • Zakouma wurde 1963 per Präsidialerlass zum Nationalpark erklärt und erhielt damit die höchste Form des Naturschutzes nach tschadischem Recht.
  • Zwei Jahre nach Übernahme des Parkmanagements konnte African Parks die Elefantenwilderei praktisch vollständig unterbinden.
  • Heute wächst die Elefantenpopulation in Zakouma: Seit Mitte 2013 sichten wir neugeborene Kälber; die Elefantenpopulation umfasst über 550 Tiere.
  • Auch andere Arten nehmen zu, darunter die Kordofan-Giraffe (Zakouma beherbergt über 50 Prozent der weltweiten Population), die Pferdeantilope und die Lelwel-Kuhantilope. Die Büffelpopulation beträgt heute über 10 000 Tiere; 1986 war sie auf 220 Tiere beschränkt.
  • Wir statteten 37 Elefanten mit Satellitenhalsbändern aus. So kann die Parkverwaltung ihre Patrouillen zielgerichteter einsetzen.
  • African Parks siedelte 2018 eine Gründerpopulation von sechs Spitzmaulnashörnern in Zakouma an und brachte so die Art nach fast einem halben Jahrhundert wieder zurück. Eine Partnerschaft zwischen der tschadischen und südafrikanischen Regierung ermöglichte die Umsiedlung.
  • Die lokalen Gemeinden arbeiten zum Schutz der Tierwelt eng mit dem Park zusammen. Durch die Ausweitung des Kommunikationsnetzwerks können die Anwohnerinnen und Anwohner die Parkbehörden über verdächtige Aktivitäten und Bedrohungen informieren.
  • Zakouma ist einer der größten Arbeitgeber in den Regionen Salamat und Guera. Die Beschaffung von Zubehör für den Park und die Touristencamps bieten weitere Einkommensmöglichkeiten.
  • Wir bauten mehrere Schulen, sogenannte Elefantenschulen, in der Elefantenwanderungszone. 2018 erhielten mehr als 1 500 Kinder eine Ausbildung in 17 von Zakouma unterstützten Schulen.
  • Tinga Camp, Camp Nomade und Camp Salamat verzeichnen einen Anstieg an lokalen und internationalen Touristen, die den Camps im Jahr 2018 fast 700 000 USD einbrachten.

Am Horizont

Wir möchten den Lehrplan verbessern und unser Schulprogramm so erweitern, dass es den Anforderungen einer weit verstreut lebenden Bevölkerung gerecht wird. Eine weitere Priorität ist die Schaffung von Elefantenkorridoren außerhalb der Parkgrenzen. Zudem werden wir den Tourismusentwicklungsplan umsetzen, um unsere Parkeinkünfte zu steigern.

© Michael Viljoen

Partner

African Parks verwaltet den Zakouma-Nationalpark in Partnerschaft mit der tschadischen Regierung. Im Jahr 2010 wandten sich die tschadische Regierung und die Europäische Union an African Parks, um der anhaltenden Plage der Elefantenwilderei ein Ende zu setzen. Die Mandatsvereinbarung wurde im Juni 2010 unterzeichnet und African Parks begann im Oktober den Park und dessen Umgebung zu verwalten. Im Oktober 2017 verdoppelten wir unseren Einfluss in Zakouma, nachdem wir mit der Regierung eine Vereinbarung zur Verwaltung des „Greater Zakouma“-Ökosystems unterzeichneten. Das neue Gebiet umfasst das Siniaka-Minia-Wildtierreservat und wichtige Wildtierkorridore.

  • The Republic of Chad
    Die Republik Tschad
    Die Republik Tschad ist Partnerin von African Parks im Management der „Greater Zakouma“-Region, einem ausgedehnten Ökosystem, zu dem der Zakouma-Nationalpark und das Siniaka-Minia-Wildtierreservat gehören. Die tschadische Regierung wandte sich auf Anraten der Europäischen Union 2010 an African Parks, mit dem Auftrag, das Management des Zakouma-Nationalparks zu übernehmen, um der anhaltenden Plage der Elefantenwilderei ein Ende zu setzen. Die Mandatsvereinbarung wurde im Juni 2010 unterzeichnet, im Oktober desselben Jahres begann African Parks den Park und das „Greater Zakouma“-Ökosystem zu verwalten.
  • Elephant Crisis Fund (ECP)

    Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala
  • European Union
    Die Europäische Union (EU)
    Die Europäische Union (EU) ist strategische Finanzierungspartnerin in Zentralafrika und stellt Ankerfinanzierungen für die „Greater Garamba“-Region in der Demokratischen Republik Kongo, die „Greater Zakouma“-Region sowie das Natur- und Kulturreservat Ennedi in Tschad, Chinko in der Zentralafrikanischen Republik und den Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo bereit. Im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds hat die Europäische Union 21,5 Millionen EUR für die „Greater Garamba“-Region (2016–2020), 10 Millionen EUR für das „Greater Zakouma“-Ökosystem (2017–2021), 6 Millionen EUR für den Odzala-Kokoua-Nationalpark (2018–2023), 4,7 Millionen EUR für das Natur- und Kulturreservat Ennedi (2018–2023) und 5,55 Millionen EUR für Chinko über das ECOFAC-VI-Programm (2019–2022) bereitgestellt. Darüber hinaus hat sich der EU-Treuhandfonds Bêkou für die Zentralafrikanische Republik zu 1,5 Millionen EUR für Chinko verpflichtet.
  • Fondation Segré
    Fondation Segré
    Fondation Segré ist eine 1996 gegründete Schweizer Stiftung, die sich dem Schutz der Biodiversität, der Erhaltung bedrohter Arten und ihres Lebensraums sowie der Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme verschrieben hat. Die Fondation Segré wurde im Jahr 2016 strategische Finanzierungspartnerin von African Parks und unterstützte unsere Arbeit in den Bangweulu-Feuchtgebieten in Sambia, in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo, im Bazaruto-Archipel-Nationalpark in Mosambik und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Bis heute hat sie African Parks mehr als 3 Millionen USD zur Verfügung gestellt.
  • U.S. Fish and Wildlife Service
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS)
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) setzt sich für die Erhaltung und den Schutz von Fischen, Wildtieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ein. Die Behörde vergab Zuschüsse zur Unterstützung unserer Anti-Wilderei-Programme in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Im Jahr 2018 unterstützte USFWS zusammen mit USAID weiterhin das Management und den Schutz von Garamba und Chinko in Zentralafrika und erneuerte seine Unterstützung des Odzala-Kokoua-Nationalparks durch den WWF im Rahmen des Sangha Tri-National and Northern Congo Forest Landscape Cooperative Agreement. USFWS setzte zudem seine Unterstützung für die Elefantenüberwachung in Zakouma fort.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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