Pendjari-Nationalpark

Benin

Der Park

Rund 90 Prozent der vom Aussterben bedrohten Westafrikanischen Löwen leben im W-Arly-Pendjari-Komplex.

© Jonas van de Voorde

Der Pendjari-Nationalpark ist der wichtigste Bestandteil des 32 250 km2 großen, länderübergreifenden W-Arly-Pendjari-Komplexes (WAP), der sich über Benin, Burkina Faso und Niger erstreckt. Obwohl es sich hierbei um das größte noch intakte wilde Ökosystem Westafrikas handelt, wurde es im Laufe der Jahre durch mangelndes Management und fehlende Ressourcen sowie durch den wachsenden Druck des Menschen bedroht, und das alles in einer Region, die von zunehmender Instabilität geplagt wird. Als Reaktion auf die Fragilität dieser weltweit bedeutenden Landschaft und in der vorausschauenden Erkenntnis, dass die Wiederbelebung der Schutzgebiete des Landes eine wichtige Rolle für die nachhaltige Entwicklung Benins insgesamt spielen könnte, lud die Regierung im Mai 2017 African Parks dazu ein, die Verwaltung dieses Parks zu übernehmen und ihn durch Tourismus und Unternehmen zur Unterstützung der lokalen Gemeinschaften wiederzubeleben. Nur sechs Monate später erhielt Pendjari eine außergewöhnliche Stütze, als im Januar 2018 die Regierung von Benin, die Wyss Foundation, National Geographic und die Wildcat Foundation über einen Zeitraum von zehn Jahren 23 Millionen US-Dollar zusagten, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Innerhalb von nur drei Jahren unterhält Pendjari nun die größte und am professionellsten ausgebildete Gruppe von Rangern in seiner Geschichte. Durch die Überwachung von Elefanten, Löwen und anderen gefährdeten Tierarten werden wichtige ökologische Forschungsarbeiten durchgeführt.

© Jonas van der Voorde

Selbst während der Covid-19-Pandemie hat der Park Arbeitsplätze geschaffen, Gemeinden und Lebensgrundlagen unterstützt und Tausenden von Menschen Bildung, Gesundheitsversorgung und Stabilität geboten. Die bisherigen Fortschritte und die wachsende Unterstützung für die Schutzgebiete in Benin haben dazu geführt, dass die Regierung African Parks im Mai 2020 offiziell eingeladen hat, den W-Nationalpark in Benin zu verwalten und damit die Wirkung gut geschützter Gebiete auf Tausende weiterer Menschen auszudehnen.

Höhepunkte

  • Pendjari ist das letzte Refugium für 1 700 Elefanten und für 25 Prozent der letzten 400 vom Aussterben bedrohten Westafrikanischen Löwen in der Region. Im Park leben verschiedene Antilopenarten, eine Restpopulation von Geparden und mehr als 460 Vogelarten.
  • Ranger wurden im gesamten Pendjari-Gebiet eingesetzt, um sicherzustellen, dass Menschen und Wildtiere von der erhöhten Stabilität in der Region profitieren.
  • Das Umweltbildungsprogramm des Parks wurde 2020 von 1 754 Schülerinnen und Schülern sowie 184 Lehrkräften genutzt.
  • Um die Bewegungen der Wildtiere besser zu verstehen und wichtige Daten zu sammeln, wurde im Dezember 2020 ein Erfassungseinsatz abgeschlossen. Dabei wurden fünf weitere Elefanten (womit sich die Zahl für Pendjari auf 30 erhöhte) und zehn Antilopen (fünf Topi und fünf Kuhantilopen) zum ersten Mal mit Satellitenhalsbändern ausgestattet. Dies war Teil einer größeren grenzüberschreitenden Aktion, bei der auch 25 Elefanten und fünf Antilopen im W-Nationalpark erfasst wurden.Wir richteten eine spezialisierte Rechtsdurchsetzungseinheit ein, um die Wildtiere des Parks zu schützen und eine Unterstützungsbasis für den Park in den lokalen Gemeinden aufzubauen.
  • Gemeinsam mit der Regierung von Benin, der National Geographic Society, der Wyss Foundation und weiteren Partnern engagieren wir uns für die ökologische Wiederherstellung und den Schutz von Pendjari.
  • Der Park bietet den fast 40 000 Bewohnern in der Umgebung einen Mehrwert in Form von Sicherheit, Arbeitsplätzen und nachhaltigen Lebensgrundlagen. Die Beschäftigung hat sich in den letzten eineinhalb Jahren fast verdoppelt. Zum ersten Mal seit Jahren werden Genehmigungen für die Entnahme von Ressourcen erteilt. Außerhalb des Parks werden Wasserstellen für Nutztiere eingerichtet, um den illegalen Zutritt zu begrenzen, und unser Ranger-Team zählt bereits 103 neu geschulte Personen aus der Umgebung.
  • Außerdem wurde ein Schulungsprogramm für Gemeindeführer organisiert, um die Erfahrungen der Touristen im Park zu verbessern. Trotz des globalen Lockdowns erwirtschaftete Pendjari 187 264 US-Dollar durch den Tourismus, wobei 50 Prozent der Besucher aus Benin kamen.

Am Horizont

© Marcus Westberg

Die Erhaltung der letzten großen unberührten Natur Westafrikas und ihrer spektakulären Arten ist für die beninische Wirtschaft von großer Bedeutung. Dies schafft enormes Potenzial, den Park als globales Ziel für den Wildtiertourismus zu positionieren. Der Tourismus wird die Beschäftigung erhöhen und dringend benötigte Einkünfte für den Park und die in der Region lebenden Gemeinden generieren. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden hat oberste Priorität, damit Mensch-Wildtier-Konflikte gemindert und alternative Lebensgrundlagen statt Wilderei und illegaler Ressourcengewinnung geschaffen werden. So kann der künftige Aufschwung der Region sichergestellt werden.

Regierungspartner

Im Mai 2017 schloss die Regierung von Benin eine langfristige Vereinbarung mit African Parks zur Revitalisierung, Rehabilitierung und Entwicklung von Pendjari ab. Pendjari war eines von 45 Vorzeigeprojekten des nationalen Investitionsprogramms “Revealing Benin“.

  • Elephant Crisis Fund (ECP)

    Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala
  • The Republic of Benin Logo
    Die Regierung von Benin
    Die Regierung von Benin leistete eine bedeutende fünfjährige Zahlungsverpflichtung von 6 Millionen USD, als Präsident Talon African Parks einlud, die Verwaltung des Pendjari-Nationalparks im Nationalparkkomplex W-Arly-Pendjari (WAP) zu übernehmen, der sich über Benin, Burkina Faso und Niger erstreckt. Ziel der Partnerschaft ist es, dieses einzigartige westafrikanische Erbe zu erhalten, zu verwalten und zu entwickeln. Darüber stellte die Regierung von Benin weitere 83 000 USD für die Sanierung des Pendjari-Hotels im Park bereit, um dessen touristisches Potenzial zu erschließen.
  • Nat Geo Logo
    Die National Geographic Society
    Die National Geographic Society ist eine gemeinnützige Organisation, die die Erde bis an ihre Grenzen erforscht, um das Verständnis für unseren Planeten zu fördern und Menschen zu ermutigen, Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft zu finden. Die National Geographic Society unterstützt den Pendjari-Nationalpark in Benin mit einem Fünfjahreszuschuss in Höhe von mehreren Millionen USD. Zusätzlich beteiligt sie sich an wissenschaftlichen Projekten in den Parks, entwickelt Technologien zur Überwachung und zum Schutz des Geländes, unterstützt uns bei der Einberufung von Interessengruppen zur Entwicklung eines umfassenden Managementplans und hilft bei Gesprächen über Erhalt und langfristige Finanzierung.
  • The Wyss Foundation
    Die Wyss Foundation
    Die Wyss Foundation ist eine private gemeinnützige Stiftung, die sich der Unterstützung innovativer, langfristiger Lösungen widmet, die Leben verbessern, Gemeinschaften befähigen und Beziehungen zu der Erde stärken. Im Jahr 2018 setzte die Stiftung ihre Unterstützung des Akagera-Nationalparks in Ruanda und der drei Parks in Malawi (Liwonde, Majete und Nkhotakota) sowie des Pendjari-Nationalparks in Benin fort. Ihre fortwährende Finanzierung ist Teil der bahnbrechenden Zusage von 65 Millionen USD für African Parks in Form von Challenge Grants (Herausforderungszuschüssen) für fünf neue Parks. Diese Zuschüsse unterstützen seit diesem Jahr den Bazaruto-Archipel-Nationalpark in Mosambik.
  • The Wildcat Foundation
    Die Wildcat Foundation
    Die Wildcat Foundation ist eine private gemeinnützige Stiftung, deren Ziel es ist, gefährdete Wildtiere und unberührte Gebiete in Afrika langfristig zu unterstützen und zu erhalten. Sie ist der Ansicht, dass traditionelle Ansätze im Wildtierschutz unzureichend sind, um die heutigen Probleme der Wilderei und des illegalen Handels zu bewältigen, und sie sucht und unterstützt innovative neue Herangehensweisen.
  • La Fondation des Savanes Ouest-Africaines
    Fondation des Savanes Ouest-Africaines (FSOA)
    Fondation des Savanes Ouest-Africaines (FSOA) oder West African Savannah Foundation ist ein Naturschutz-Treuhandfonds, der die Instandhaltung und Erhaltung von Schutzgebieten des Nationalparkkomplexes W-Arly-Pendjari (WAP) fördert und gleichzeitig Bildung, Wissenschaft und lokale Wirtschaftsentwicklung vorantreibt. Die Stiftung wurde von der beninischen Regierung und der IUCN mit den finanziellen Beiträgen der beninischen Regierung, der Global Environment Facility (GEF) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gegründet. Die Stiftung stellte mehr als 500 000 EUR für die Hauptaktivitäten des Pendjari-Nationalparks bereit und finanzierte eine Machbarkeitsstudie für den Nationalpark W in Benin. Ihre größere Vision ist es, eine nachhaltige Finanzierungsquelle für Parks innerhalb des WAP-Komplexes zu schaffen.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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