Odzala-Kokoua-Nationalpark

Republik Kongo

Der Park

Im Herzen des zweitgrößten tropischen Regenwaldes der Welt liegt Odzala – ein Paradies für Naturliebhaber. Der Nationalpark beherbergt rund 20 Prozent der weltweiten Population des vom Aussterben bedrohten Westlichen Flachlandgorillas, über 5 000 Waldelefanten und fast 450 Vogelarten.

© Michael Viljoen

Der Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo ist einer der ältesten Nationalparks Afrikas. Er wurde 1935 gegründet und 1977 zum Biosphärenreservat erklärt. Mit einer Fläche von 13 500 km2 liegt Odzala im Herzen des Kongobeckens. Das Kongobecken beherbergt den zweitgrößten tropischen Regenwald der Welt, erstreckt sich über mehr als 2 Millionen km2 in sechs Ländern und umfasst 18 Prozent der weltweit noch vorhandenen tropischen Regenwälder. Die biologische Vielfalt und der Endemismus sind hier außergewöhnlich, zumal Menschen das Gebiet seit über 50 000 Jahren besiedeln. Heute bietet das Kongobecken mehr als 75 Millionen Menschen sauberes Wasser, Nahrung und Unterkunft.

Trotz seiner atemberaubenden Landschaft durchlebte Odzala viele Höhen und Tiefen: Während des Bürgerkriegs von 1997 bis 1999 konnte das Gebiet nur begrenzt geschützt werden. Mehrere Ebola-Ausbrüche bedrohten die Gorillapopulation und führten dazu, dass der Park vernachlässigt wurde, jahrelang der Wilderei zum Opfer fiel und der Tourismus versiegte.

© Pete Oxford

African Parks schloss 2010 eine 25-jährige Vereinbarung mit dem Ministry of Forest Economy, Sustainable Development and Environment zum Schutz dieses weltweit bedeutenden Parks ab. Die ausgedehnte Landschaft von Odzala, die Abgeschiedenheit und die dichten Wälder sind herausfordernde Faktoren für das Management eines solchen Parks. Die Buschfleisch-Wilderei bleibt weiterhin eine große Bedrohung, besonders für die Westlichen Flachlandgorillas, von denen ungefähr 20 000 im Park leben. Allein im Jahr 2018 entfernten wir 11 000 Fallen. 

Höhepunkte

  • © Pete Oxford
    Odzala-Kokoua wurde 1935 gegründet und ist eines der ältesten Schutzgebiete Afrikas.
  • Zentralafrika ist der Brennpunkt der Buschfleischkrise: 2018 wurden in Odzala 48 Tonnen Buschfleisch beschlagnahmt und 56 Personen festgenommen.
  • Der illegale Handel mit Wildtieren stellt nach wie vor eine große Herausforderung für den Park dar, doch wir erzielen langsam Fortschritte. Anfang des Jahres 2019 beschlagnahmten unsere Ranger und kongolesische Polizisten 86 kg Elfenbein und nahmen sechs Verdächtige in Etoumbi, 15 km südlich des Parks, fest.
  • Die Wildtierpopulationen zeigen erste Anzeichen der Erholung. 12 Waldelefanten werden derzeit mit Satellitenhalsbändern überwacht, weitere 25 sollen 2019 erfasst werden. Seit der Einführung unserer Rechtsdurchsetzung kehrten viele Waldelefanten wieder in die Parkregion zurück.
  • Ein Menschengewöhnungsprogramm für Gorillas, das vom Forschungs- und Überwachungsteam geleitet wird, liefert positive Ergebnisse, die zukünftigen touristischen Angeboten im Park zugutekommen werden.
  • Die mobile Klinik feierte 2018 ihr vierjähriges Bestehen. Hier werden Menschen behandelt, die sich in dieser abgelegenen Gegend des Kongo keine medizinische Versorgung leisten können oder keinen Zugang dazu haben.
  • Rund um Odzala leben bis zu 130 000 Menschen; die Kommunalentwicklung und Förderung der Gemeinden ist daher von entscheidender Bedeutung. Im Jahr 2018 setzte der Park eine Reihe von Projekten in die Tat um. Das 2016 gestartete Agrarprojekt brachte seine erste Ernte ein und der Kommunalentwicklungsfonds erzielte Einkünfte von fast 3 000 USD. Darüber hinaus wurden im Rahmen eines Diversifizierungsprojekts 40 000 Kakaosetzlinge außerhalb des Parks gepflanzt. 30 000 der Kakaopflanzen produzieren nun Früchte und bieten so eine alternative Einkommensquelle zur illegalen Buschfleischwilderei.
  • Der Park verfügt über drei hochwertige Touristen-Lodges, Lango, Mboko und Ngaga Camps, die notwendige Einnahmen für den Park und die lokalen Gemeinden generieren.
  • Eine Tierpflegerin kümmert sich um beschlagnahmte oder verletzte Wildtiere im Park und sichert so deren Überleben.

Am Horizont

Unser Ziel ist es, den Tourismus zu steigern und den Anwohnern neue Einkommensquellen zu erschließen. Nach einer Schulung durch Agrarexperten pflanzten die Bewohner in den Gemeinden 40 000 Kakaosetzlinge außerhalb des Nationalparks auf rehabilitierten Kakaofeldern an.

Odzala
© Marcus Westberg

Partner

Seit 2010 verwaltet African Parks den Odzala-Kokoua-Nationalpark in Partnerschaft mit der kongolesischen Regierung.

  • Ministry of Forest Economy and Sustainable Development of the Republic of the Congo
    Ministry of Forest Economy and Sustainable Development der Republik Kongo
    Das Ministerium für Forstwirtschaft und nachhaltige Entwicklung hat die Aufgabe, die vom Präsidenten der Republik Kongo definierte nationale Politik in Bezug auf nachhaltige Entwicklung, Forstwirtschaft und Umwelt umzusetzen. Wir begannen unsere Arbeit mit diesem Ministerium im Odzala-Kokoua-Nationalpark im Jahr 2010.
  • Elephant Crisis Fund (ECP)
    
Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala
  • European Union
    Die Europäische Union(EU)
    Die Europäische Union (EU) ist strategische Finanzierungspartnerin in Zentralafrika und stellt Ankerfinanzierungen für die „Greater Garamba“-Region in der Demokratischen Republik Kongo, die „Greater Zakouma“-Region sowie das Natur- und Kulturreservat Ennedi in Tschad, Chinko in der Zentralafrikanischen Republik und den Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo bereit. Im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds hat die Europäische Union 21,5 Millionen EUR für die „Greater Garamba“-Region (2016–2020), 10 Millionen EUR für das „Greater Zakouma“-Ökosystem (2017–2021), 6 Millionen EUR für den Odzala-Kokoua-Nationalpark (2018–2023), 4,7 Millionen EUR für das Natur- und Kulturreservat Ennedi (2018–2023) und 5,55 Millionen EUR für Chinko über das ECOFAC-VI-Programm (2019–2022) bereitgestellt. Darüber hinaus hat sich der EU-Treuhandfonds Bêkou für die Zentralafrikanische Republik zu 1,5 Millionen EUR für Chinko verpflichtet.
  • Der US Fish & Wildlife Service (USFWS)
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) setzt sich für die Erhaltung und den Schutz von Fischen, Wildtieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ein. Die Behörde vergab Zuschüsse zur Unterstützung unserer Anti-Wilderei-Programme in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Im Jahr 2018 unterstützte USFWS zusammen mit USAID weiterhin das Management und den Schutz von Garamba und Chinko in Zentralafrika und erneuerte seine Unterstützung des Odzala-Kokoua-Nationalparks durch den WWF im Rahmen des Sangha Tri-National and Northern Congo Forest Landscape Cooperative Agreement. USFWS setzte zudem seine Unterstützung für die Elefantenüberwachung in Zakouma fort.
  • Le WWF
    Der WWF
    Der WWF unterstützt African Parks seit 2007 mit dem Ziel, das Managementmodell von African Parks im gesamten afrikanischen Kontinent zu verbreiten. Wir arbeiten mit dem WWF Sambia zusammen, der zu unseren Kernbetriebskosten und Schutzprojekten im Liuwa-Plain-Nationalpark und den Bangweulu-Feuchtgebieten beiträgt. Der WWF Niederlande stellte über 6,5 Millionen EUR zur Unterstützung unserer sambischen Parks und des Odzala-Kokoua-Nationalparks in der Republik Kongo bereit. Der WWF in den USA hat sich mit uns zusammengeschlossen, um ein langfristiges USFWS-gefördertes Projekt in der Republik Kongo zu realisieren, und seit kurzem ist der WWF Belgien ein strategischer Finanzierungspartner, der unsere Parks in Malawi und Liuwa Plain unterstützt.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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