Liuwa-Plain-Nationalpark

Sambia

Der Park

Die Liuwa-Ebene in Westsambia birgt eine der ältesten Naturschutzgeschichten Afrikas: Im späten 19. Jahrhundert erklärte der König von Barotseland sein Volk zum Hüter des Reservats.

© Egil Droge

Bis heute nimmt das Volk dieses Amt wahr. Mit über 10 000 im Park lebenden Menschen ist Liuwa ein Beispiel dafür, wie Menschen und Wildtiere in einer gemeinsamen Landschaft zusammenleben und voneinander profitieren können. Jedes Jahr findet in Liuwa die zweitgrößte Gnuwanderung auf dem Kontinent statt – eines der grandiosesten Naturschauspiele der Welt.

Bevor African Parks im Jahr 2003 die Verwaltung von Liuwa übernahm, verzeichneten Gnus und Zebras einen starken Rückgang, Reisfelder gefährdeten das Grasland, und eine einzige Löwin, „Lady Liuwa“, streifte durch die Ebenen.

© Lorenz Fischer

African Parks begann im Jahr 2008 mehrere Löwen im Park wiederanzusiedeln, um die einsame Löwin mit ihrer Art zu vereinen. Lady Liuwa schloss sich einem Rudel an, das heute auf 10 Löwen angewachsen ist. Gleichzeitig führten wir die Wiederansiedlung von Elenantilopen und Büffeln durch und schafften so eine solide Beutegrundlage für die Löwen, Geparden und Tüpfelhyänen im Park. Dank unserer Rechtsdurchsetzungsarbeit nahm die Wilderei ab. Kommunale Landnutzungspläne, nachhaltige Fischereien und andere Gemeinschaftsprojekte wurden umgesetzt, die der lokalen Bevölkerung alternative Lebensgrundlagen bieten. Im Jahr 2017 starb Lady Liuwa im hohen Alter von 18 Jahren, doch sie hinterließ ein kleines, wachsendes Löwenrudel in den Grasebenen von Liuwa.

Höhepunkte

  • Die Karnivorenpopulation nimmt zu: Mehrere Löwen wurden im Park angesiedelt, um die einzige Löwin, Lady Liuwa, zu unterstützen. Das Rudel wuchs auf aktuell 10 Löwen. Die Gepardenpopulation erholt sich jedes Jahr mit zusätzlichen Jungen, und die Tüpfelhyäne gedeiht mit einer geschätzten Population von über 500.
  • Im Jahr 2018 wurde eine Luftaufnahme durchgeführt, deren Ergebnisse auf ein konstantes Wachstum der wichtigsten Huftierarten des Parks hindeuten. 40 000 Gnus, 5 000 Steppenzebras und 2 200 Rote Lechwes wurden registriert.
  • Die Gnuwanderung ist die zweitgrößte auf dem Kontinent und trägt wesentlich zum Tourismus bei.
  • Liuwa beschäftigt heute 123 Vollzeitkräfte und 104 Saisonkräfte und ist damit der größte Arbeitgeber der Region. Über 90 Prozent der Belegschaft stammen aus der Region.
  • Durch die Einbindung der lokalen Bevölkerung, Bildungsprogramme und effektive Rechtsdurchsetzung verbreitete sich die Auffassung, dass die Abnahme der Wilderei einen direkten Nutzen für die lokalen Gemeinden hat.
  • Im Rahmen des Umweltbildungsprogramms von Liuwa bauten wir in mehreren Schulen im Park und in der Umgebung Naturschutzclubs auf, die das Umweltbewusstsein der Kinder erhöhten und im Jahr 2018 über 1 100 Schülerinnen und Schüler erreichten.
  • Dank unserer Partnerschaft mit Time+Tide, einem Safari-Anbieter, verfügt Liuwa nun über die King Lewanika Lodge, ein Fünf-Sterne-Luxuscamp. Die Lodge erschien 2018 im TIME Magazine als eine der „100 Greatest Places“ und in der Hotel-„It-Liste“ des Magazins Travel and Leasure. Die New York Times zählte den Park zu einer der 52 besten Reisedestinationen im Jahr 2018.

Am Horizont

Obwohl der Park touristisch sehr attraktiv ist, bedarf es zusätzlicher Infrastruktur, damit die lokalen Gemeinden direkt vom Tourismus profitieren können. Zudem planen wir, nachhaltige Lösungen für Gemeinschaften zu entwickeln, die unter instabilen Klimabedingungen leben und Ressourcen verlieren.

© Mana Meadows

Partner

Im Jahr 2003 ging African Parks eine Partnerschaft mit dem Zambian Department of National Parks and Wildlife (DNPW) und dem Barotse Royal Establishment (der traditionellen Vertretung der Lozi) ein, um den Park zu verwalten.

  • Le Département des Parcs Nationaux et de la Faune de la Zambie (DNPZ)
    Zambian Department of National Parks and Wildlife (DNPW)
    Das DNPW setzt sich für den Schutz und die Erhaltung der sambischen Naturschutzgebiete ein, die Verbesserung der Lebensqualität in den Gemeinden und die Erhaltung der Biodiversität. Wir begannen unsere Arbeit mit dem DNPW im Liuwa-Plain-Nationalpark im Jahr 2003 und in den Bangweulu-Feuchtgebieten im Jahr 2008.
  • bre
    Barotse Royal Establishment (BRE) – Sambia
    Das Königreich Barotseland wird von der sambischen Regierung als offizielles Verwaltungsorgan in der Region Barotseland anerkannt und ist als solches ein wesentlicher Partner im Liuwa-Plain-Projekt. Seine Majestät Lubosi Imwiko und das Limulunga Kuta (Parlament) spielten eine entscheidende Rolle darin, die sambische Regierung davon zu überzeugen, 2003 ein Abkommen mit African Parks zu schließen. Das Königreich Barotse ist mit zwei Vorstandsmitgliedern weiterhin aktiv im Liuwa-Plain-Nationalpark vertreten.
  • Le WWF
    Der WWF
    Der WWF unterstützt African Parks seit 2007 mit dem Ziel, das Managementmodell von African Parks im gesamten afrikanischen Kontinent zu verbreiten. Wir arbeiten mit dem WWF Sambia zusammen, der zu unseren Kernbetriebskosten und Schutzprojekten im Liuwa-Plain-Nationalpark und den Bangweulu-Feuchtgebieten beiträgt. Der WWF Niederlande stellte über 6,5 Millionen EUR zur Unterstützung unserer sambischen Parks und des Odzala-Kokoua-Nationalparks in der Republik Kongo bereit. Der WWF in den USA hat sich mit uns zusammengeschlossen, um ein langfristiges USFWS-gefördertes Projekt in der Republik Kongo zu realisieren, und seit kurzem ist der WWF Belgien ein strategischer Finanzierungspartner, der unsere Parks in Malawi und Liuwa Plain unterstützt.
  • Walton Family Foundation
    Walton Family Foundation
    Der Rob and Melani Walton Fonds der Walton Family Foundation fördert den Naturschutz und den Schutz der Biodiversität. Die Stiftung unterstützt African Parks seit 2010, leistete maßgebliche Anschubfinanzierungen für den Akagera-Nationalpark in Ruanda und ermöglichte uns unsere Arbeit im Allgemeinen. 2018 erhielten wir zum vierten Mal Gelder aus dem jüngsten Zuschuss von insgesamt 5 Millionen USD, der über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt wird, um das Portfolio von African Parks strategisch weiter auszubauen, mit einem besonderen Fokus auf Akagera.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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