Iona-Nationalpark

Angola

Der Park

Der Iona-Nationalpark befindet sich im Südwesten Angolas und bildet die Nordspitze der Namib in der Moçâmedes-Wüste, der ältesten Wüste der Welt.

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© Ted Woods

Iona grenzt an den Skelettküste-Nationalpark in Namibia, der seinerseits an den Namib-Naukluft-Nationalpark grenzt. So setzt sich eines der größten grenzüberschreitenden Schutzgebiete der Welt zusammen. Gemeinsam decken die Parks fast 50 000 km2 ab; Iona ist mit seiner Fläche von 15 000 km2 der größte Park Angolas. Iona wurde 1937 zum Reservat erklärt und 1964 zu einem Nationalpark aufgestuft. Der Bürgerkrieg in Angola erschütterte das Gebiet jedoch erheblich: Wilderei und die Zerstörung der Infrastruktur fügten dem einst fruchtbaren Park große Schäden zu. In der Vergangenheit lebten Nashörner und Elefanten im Park, doch beiden Arten starben lokal aus und andere Wildtiere wurden dezimiert. Unregulierte menschliche Aktivitäten innerhalb des Parks und aus den angrenzenden Siedlungen, so zum Beispiel die Viehbeweidung, üben Druck auf den Park und dessen Ökosysteme aus.

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© Martin Rickelton

Iona umfasst eine Vielzahl an Landschaften, von Sanddünen entlang 160 km Atlantikküste zu Berggipfeln auf bis zu 1500 m im Osten und weiten Sandebenen im Zentrum des Parks. Zahlreiche Quellen in den Bergen versorgen die vielen Parkbewohner. Der durchschnittliche Regenfall in Iona liegt zwischen 20 und 100 mm pro Jahr; am meisten regnet es von Februar bis April. Trotz der extremen Trockenheit verfügt der Park über eine reiche Biodiversität. Viele Pflanzenarten in den küstennahen Dünen sind für ihren Feuchtigkeitshaushalt auf dichten Nebel angewiesen. Im Park befindet sich auch die einzigartige Wüstenpflanze Welwitschie (Welwitschia mirabilis), die gemeinhin als lebendes Fossil bezeichnet wird und nur noch im angrenzenden Schutzgebiet vorkommt. Reptilien sind besonders gut an diese Umgebung angepasst; mindestens 8 Arten sind nur in der Region des Parks endemisch. Zu den Säugetierarten im Park gehören Zebras, Oryx-Antilopen und Springböcken. Auch Geparden, Leoparden und Braune Hyänen wurden im Park gesichtet.

Die marine Biodiversität ist ebenfalls reich, da sich dieses Gebiet im äußersten Norden des kalten, hochproduktiven Benguelastroms befindet und dort auf die wärmere Angola-Front trifft. Diese Mischung aus Strömungen schafft einen lebenswichtigen Ort, in dem sich die regionalen Fischbestände erholen können. Es besteht ein großes Potenzial, dass wir das Gebiet um Iona erweitern können, um dieses besondere marine Ökosystem zusätzlich zu schützen.

African Parks und die Regierung von Angola werden eng mit den lokalen Gemeinden zusammenarbeiten, eine solide Rechtsdurchsetzung umsetzen und die Tierwelt wiederherstellen, um die langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Iona zu gewährleisten. Seine spektakuläre Berg-, Wüsten- und Küstentopographie macht das grenzüberschreitende Gebiet weltweit einzigartig und bietet dem Park ein enormes Potenzial, mit genügend Investitionen eines der außergewöhnlichsten Landschaftserlebnisse des Kontinents zu werden. Durch angemessenen Erhalt, ein verbessertes Tourismusangebot und andere nachhaltige einkommenschaffende Aktivitäten wird Iona weiterhin gesunde Land- und Meeresökosysteme beherbergen, die Menschen und Tieren auch in Zukunft zugute kommen werden.

Höhepunkte

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© Martin Rickelton
  • Iona ist der größte Park in Angola und das siebzehnte von African Parks verwaltete Schutzgebiet.
  • Die atlantische Wüstenküste bietet ein einzigartiges Produkt, das ein hohes Potenzial birgt, den Park touristisch zu entwickeln und die Wiederansiedlung von wichtigen Arten zu fördern. Beides könnte für die lokale Bevölkerung und Wirtschaft von großem Nutzen sein.
  • Dieses besondere Ökosystem weist hohen Endemismus auf: Viele Reptilien-, Pflanzen- und Vogelarten kommen nur in dieser Ökoregion vor.
  • Mit der Verwaltung von Iona kann African Park ein zusätzliches Biom – die Namib-Wüste – schützen. Die mögliche Ausdehnung auf das Meeresschutzgebiet könnte unserem Portfolio eine Landschaft hinzufügen, die sich vom Meeresreservat Bazaruto in Mosambik erheblich unterscheidet.
  • Die verhältnismäßig geringe Zahl an Menschen und Nutztieren sowie die lokale institutionelle Unterstützung geben uns die Zuversicht, dass es uns gelingen wird, die lokalen Gemeinschaften von unserem nachhaltigen Verwaltungsverfahren zu überzeugen, damit wir das Überleben dieser bedrohten Landschaft sichern können.

Am Horizont

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© Ted Woods

Es besteht ein massives Potenzial, diesen Park zum Nutzen der lokalen Wirtschaft und der umliegenden Gemeinden touristisch weiterzuentwickeln. Dank seiner Landschaft und Tier- und Pflanzenarten ist der Park ein besonderes Reiseziel, auch wenn die Infrastruktur noch ausgebaut werden muss. Die effektive Rechtsdurchsetzung und nachhaltige Kommunalentwicklung werden unsere Hauptprioritäten sein. Gleichzeitig haben wir vor, die Zahl der aktuellen Tierarten zu erhöhen. Mehrere im Park heimische Säugetierarten wurden vernichtet, so zum Beispiel Elefanten, Nashörner oder Löwen. Darum schließen wir nicht aus, diese Tiere in Zukunft in Iona wiederanzusiedeln.

Partner

Ende Dezember 2019 unterzeichnete African Parks eine langfristige Managementvereinbarung mit dem angolanischen Umweltministerium (MINAB) und dem nationalen Institut für Biodiversität und Schutzgebiete (INBAC). Die offizielle Zeremonie der Übergabe fand am 31. Januar 2020 statt.

  • MINAMB
    Über das angolanische Umweltministerium (MINAMB) und das Nationale Institut für Biodiversität und Schutzgebiete (INBAC)
    Das Umweltministerium (MINAMB) ist die Hilfsabteilung des Präsidenten der Republik und Leiters der Exekutive. Die Aufgabe des Ministeriums besteht darin, die Formulierung, Ausführung, Durchführung und Kontrolle der Umweltpolitik der Exekutive im Hinblick auf den Schutz, die Bewahrung und die Erhaltung der Umweltqualität, die Kontrolle der Umweltverschmutzung, die terrestrische und aquatische Biodiversität, die Schutzgebiete und die Aufwertung des Naturerbes sowie die Bewahrung und sinnvolle Nutzung erneuerbarer und unerschöpflicher natürlicher Ressourcen vorzuschlagen. Das Nationale Institut für Biodiversität und Schutzgebiete (INBAC) wurde gegründet, um die Umsetzung der Politik zur Erhaltung der Biodiversität und die Verwaltung des nationalen Systems der Schutzgebiete zu gewährleisten.