Garamba-Nationalpark

Demokratische Republik Kongo

Der Park

Als UNESCO-Weltnaturerbe und einer der ältesten Nationalparks in Afrika beherbergt Garamba die größte Elefantenpopulation des Landes und die letzten Kordofan-Giraffen.

Garamba
© Mia Collis

Der Garamba-Nationalpark befindet sich im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, an der Grenze zum Südsudan. Garamba gilt als das Epizentrum der Elefantenwilderei in Afrika. Bis in die 1970er Jahre zählte die Elefantenpopulation um die 22 000 Tiere, doch seither haben militarisierte Wilderer die Population auf weniger als 1 200 reduziert. Die Nördlichen Breitmaulnashörner wurden so lange gewildert, bis sie 2006 lokal ausstarben. Die Wilderer setzen sich aus bewaffneten Gruppen aus dem Südsudan und der Lord's Resistance Army (LRA) zusammen. Stark anreizgesteuert, schrecken sie vor nichts zurück, um die verbleibenden Elefanten im Park für ihr Elfenbein zu töten – mit verheerenden Auswirkungen auf die Wildtiere, ihre Lebensräume und die lokale Bevölkerung. Um die vollständige Zerstörung des Parks zu stoppen und Stabilität in das Gebiet zu bringen, unterzeichnete African Parks 2005 eine Vereinbarung zur Verwaltung von Garamba in Partnerschaft mit dem Congolese Institute for Nature Conservation (ICCN).

Garamba
© Tom Parker

Garamba stellt eine der größten Herausforderungen für African Parks dar, und doch gewinnen wir endlich an Boden. Dank der verbesserten Ausbildung unserer Ranger, der Integration neuer Technologien und der kompletten Überarbeitung unserer Rechtsdurchsetzungsstrategie, mit Unterstützung der Wildcat Foundation, der EU, der Weltbank und USAID, können wir den Gefahren heute direkt entgegentreten. Zum ersten Mal seit Jahren ging die Elefantenwilderei deutlich zurück: Im Jahr 2018 wurden nur zwei Elefanten getötet. Studien zeigten zudem, dass illegale Aktivitäten im Park deutlich abnahmen und die Giraffen- und Kuhantilopenpopulationen stabil sind oder wieder zunehmen. Unsere wachsende Rangertruppe bietet den zehntausenden Menschen Schutz, die in der Umgebung des Parks wohnen. Sie stellt Flüchtlingen und Einwohnern lebensrettende Unterstützung zur Verfügung und schafft sichere Orte, damit die Zivilisation endlich in diesen Teil der Welt zurückkehren kann.

Höhepunkte

  • Im Januar 2016 verlängerte African Parks seine Managementvereinbarung für Garamba um weitere 10 Jahre.
  • Unsere im Jahr 2016 entwickelte Rechtsdurchsetzungsstrategie führte im Vergleich zu den Vorjahren zu einem 98-prozentigen Rückgang der Elefantenwilderei. Nur zwei Elefantenkadaver mit Anzeichen von Wilderei wurden 2018 gefunden.
  • Der Schutz der Elefanten im Park hat oberste Priorität: Insgesamt 43 Elefanten wurden mit GPS/VHF-Halsbändern ausgestattet.
  • © Mia Collis
    Die 55 vom Aussterben bedrohten Kordofan-Giraffen des Parks sind die letzten verbleibenden Exemplare in der Demokratischen Republik Kongo. Aufgrund unseres Einsatzes erhöhte sich die Population von nur 22 im Jahr 2012 auf 55 im Jahr 2019.
  • Garamba ist einer der größten Arbeitgeber in der Region mit fast 500 Vollzeitbeschäftigten und 2 000 Teilzeitbeschäftigten, einschließlich Rechtsdurchsetzungs-Teams und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gemeinden.
  • Die Anti-Wilderei-Hundeeinheit K9 wurde im Januar 2019 im Park eingesetzt, um illegale Aktivitäten zu unterbinden und unsere Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung erheblich zu erweitern.
  • Dank der Umweltbildungsprogramme von Garamba besuchten im Jahr 2018 mehr als 700 Schüler den Park. Der Park ergänzte die Gehälter von 21 Lehrern und das Stipendienprogramm unterstützte drei örtliche Schulen mit insgesamt 709 Schülerinnen und Schülern.
  • Im Jahr 2018 wurden mehr als 2 500 Menschen in 21 Dörfern in den sieben von African Parks geförderten mobilen Gesundheitskliniken behandelt.

Am Horizont

Im Vordergrund stehen intensive Rechtsdurchsetzungsmaßnahmen, damit wir der ständigen Bedrohung der Wilderei begegnen können. Zudem möchten wir die nachhaltige Entwicklung des Gebietes vorantreiben und so den umliegenden Gemeinden sozioökonomischen Nutzen bringen. Bis Ende 2019 planen wir, eine grundlegende Tourismus-Infrastruktur zu schaffen und den Park wieder für Touristen zugänglich zu machen.

© Mia Collis

Partner

African Parks und das Congolese Institute for Nature Conservation (ICCN) gingen 2005 eine Partnerschaft zur Verwaltung des Parks ein.

  • Institute Congolais pour la Conservation de la Nature (ICCN) of the Democratic Republic of the Congo
    Institut Congolais pour la Conservation de la Nature (ICCN) der Demokratischen Republik Kongo
    Das ICCN ist die teilautonome Regierungsbehörde, die für die Verwaltung von Schutzgebieten in der Demokratischen Republik Kongo zuständig ist. Das ICCN hat den Auftrag, diese Schutzgebiete zu kontrollieren und zu patrouillieren, Daten im Feld zu sammeln und zu analysieren und nach Möglichkeit touristische Angebote zu fördern. Wir begannen unsere Zusammenarbeit mit dem ICCN im Garamba-Nationalpark im Jahr 2005.
  • Elephant Crisis Fund (ECP)
    
Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala.
  • European Union
    Die Europäische Union (EU)
    Die Europäische Union (EU) ist strategische Finanzierungspartnerin in Zentralafrika und stellt Ankerfinanzierungen für die „Greater Garamba“-Region in der Demokratischen Republik Kongo, die „Greater Zakouma“-Region sowie das Natur- und Kulturreservat Ennedi in Tschad, Chinko in der Zentralafrikanischen Republik und den Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo bereit. Im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds hat die Europäische Union 21,5 Millionen EUR für die „Greater Garamba“-Region (2016–2020), 10 Millionen EUR für das „Greater Zakouma“-Ökosystem (2017–2021), 6 Millionen EUR für den Odzala-Kokoua-Nationalpark (2018–2023), 4,7 Millionen EUR für das Natur- und Kulturreservat Ennedi (2018–2023) und 5,55 Millionen EUR für Chinko über das ECOFAC-VI-Programm (2019–2022) bereitgestellt. Darüber hinaus hat sich der EU-Treuhandfonds Bêkou für die Zentralafrikanische Republik zu 1,5 Millionen EUR für Chinko verpflichtet.
  • Randgold Ressources
    Randgold Ressources
    Randgold sucht Erzvorkommen in den Grünsteingürteln West- und Zentralafrikas auf und betreibt fürf Goldminen in drei afrikanischen Ländern – Loulo, Gounkoto und Morila in Mali; Tongon in Côte d'Ivoire und Kibali in der Demokratischen Republik Kongo. Randgold engagiert sich dafür, nachhaltige Vorteile für seine Gastländer und die Gemeinden im Umfeld seiner Betriebe zu schaffen und sicherzustellen, dass die Erschließung der natürlichen Ressourcen das Leben aller Beteiligten verbessert.
  • Donna et Marvin Schwartz
    Donna und Marvin Schwartz
    Donna und Marvin Schwartz sind herausragende Verfechter des Naturschutzes und tierbezogener Anliegen. Sie zeigen ein besonderes Engagement für Elefanten und andere durch Wilderei bedrohte Großtiere. Im Jahr 2018 unterstützte ihre Finanzierung die Anti-Wilderei-Arbeit von African Parks im Odzala-Kokoua-Nationalpark.
  • usaid
    Die United States Agency for International Development (USAID)
    Die United States Agency for International Development (USAID) betreibt das „Central Africa Regional Program for the Environment (CARPE)“ mit dem Ziel, die ökologische Integrität des Kongobecken-Regenwaldes zugunsten der lokalen Bevölkerung und der globalen Gemeinschaft zu erhalten und gleichzeitig die Ressourcenbasis für zukünftige Generationen zu schützen. USAID vergab African Parks eine Kooperationsvereinbarung über 10 Millionen USD für den Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo und Chinko in der Zentralafrikanischen Republik für 2016–2020. Eine Kooperationsvereinbarung von rund 10 Millionen USD wurde an ein Konsortium von drei Organisationen unter der Leitung von African Parks vergeben, um Garamba, Chinko und Bili Uele für den Zeitraum 2018–2022 zu unterstützen. African Parks beteiligt sich auch am Projekt „Community Resiliency in Central Africa (CRCA)“, das die gefährdeten Gemeinden in der Umgebung der Parks zusammen mit der Organisation „Invisible Children“ unterstützt.
  • USFWS
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS)
    Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS) setzt sich für die Erhaltung und den Schutz von Fischen, Wildtieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ein. Die Behörde vergab Zuschüsse zur Unterstützung unserer Anti-Wilderei-Programme in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Im Jahr 2018 unterstützte USFWS zusammen mit USAID weiterhin das Management und den Schutz von Garamba und Chinko in Zentralafrika und erneuerte seine Unterstützung des Odzala-Kokoua-Nationalparks durch den WWF im Rahmen des Sangha Tri-National and Northern Congo Forest Landscape Cooperative Agreement. USFWS setzte zudem seine Unterstützung für die Elefantenüberwachung in Zakouma fort.
  • Walton Family Foundation
    Walton Family Foundation
    Der Rob and Melani Walton Fonds der Walton Family Foundation fördert den Naturschutz und den Schutz der Biodiversität. Die Stiftung unterstützt African Parks seit 2010, leistete maßgebliche Anschubfinanzierungen für den Akagera-Nationalpark in Ruanda und ermöglichte uns unsere Arbeit im Allgemeinen. 2018 erhielten wir zum vierten Mal Gelder aus dem jüngsten Zuschuss von insgesamt 5 Millionen USD, der über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt wird, um das Portfolio von African Parks strategisch weiter auszubauen, mit einem besonderen Fokus auf Akagera.
  • La Wildcat Foundation
    Die Wildcat Foundation
    Die Wildcat Foundation ist eine private gemeinnützige Stiftung, deren Ziel es ist, gefährdete Wildtiere und unberührte Gebiete in Afrika langfristig zu unterstützen und zu erhalten. Sie ist der Ansicht, dass traditionelle Ansätze im Wildtierschutz unzureichend sind, um die heutigen Probleme der Wilderei und des illegalen Handels zu bewältigen, und sie sucht und unterstützt innovative neue Herangehensweisen.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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