Chinko

Zentralafrikanische Republik

Über das Reservat

Tief in der Zentralafrikanischen Republik liegt ein unbekanntes Wildtier-Refugium, das endlich wieder zu gedeihen beginnt.

Chinko
© Brent Stirton

Chinko befindet sich in einer kriegszerrütteten Region im Osten der Zentralafrikanischen Republik, die von Instabilität und tödlicher ethnischer Gewalt heimgesucht wird. Trotz des jahrzehntelangen Bürgerkriegs, intensiver Wilderei, illegaler Beweidung und schwer bewaffneter Hirten blieben Restpopulationen wichtiger Wildtierarten bestehen. Weite Teile der bewaldeten Savanne und des Regenwaldes sind immer noch intakt. Somit ist dies eines der größten Ökosysteme mit dem größten Naturschutzpotenzial in ganz Zentralafrika.

In den letzten fünf Jahren gelang es unserer Rechtsdurchsetzungseinheit, die 19 846 km2 große Landschaft zu sichern, indem sie die Hauptbedrohungen in Schach hielt und eine 10 500 km2 große Kernzone von Rindern befreite. Bevor African Parks 2014 das 50-jährige Mandat mit der Regierung unterzeichnete, überfluteten hunderttausende Rinder den Park. Heute findet man sie nur noch an der Grenze von Chinko. Wo früher die Rinder grasten, nehmen nun Büffelherden, Hartebeest (Eigentliche Kuhantilopen) und Nilpferde ihren Platz ein. Die Population der Riesen-Elenantilopen nimmt zu und wir verzeichnen immer mehr Spuren von Löwen und Elefanten.

Chinko
© Brent Stirton

Auch der lokalen Bevölkerung kommt die neugewonnene Sicherheit zugute: Im Jahr 2017 flohen mehr als 380 Binnenflüchtlinge nach Chinko, hauptsächlich Frauen und Kinder, um Zuflucht vor tödlichen zivilen Unruhen zu suchen. Nachdem sie im Park und bei unseren Rangern Schutz fanden, kehrten sie 2018 mit der Hilfe unserer Ranger freiwillig in ihre Heimatdörfer zurück. Chinko ist der größte Arbeitgeber in der Region und wir unterstützen dutzende lokale Lehr- und Pflegekräfte. Durch die wiederhergestellte Sicherheit wandelte sich Chinko von einem kriegszerrütteten Ort zu einer Anlaufstelle für Schutz und Stabilität in der ganzen Region.

Höhepunkte

  • Im Jahr 2014 erhielt African Parks den Auftrag, das Schutzgebiet für 50 Jahre zu verwalten.
  • Chinko wurde von der Regierung der Zentralafrikanischen Republik als eine der fünf besten internationalen Nichtregierungsorganisationen des Landes für seinen Beitrag zur nationalen Entwicklung ausgezeichnet.
  • Chinko ist mit mehr als 400 lokalen Angestellten der größte Arbeitgeber außerhalb der Hauptstadt Bangui und mit Abstand der größte Steuerzahler im Osten der Zentralafrikanischen Republik.
  • African Parks gründete die erste Rechtsdurchsetzungseinheit in Chinko mit derzeit 54 Rangern, die alle spezialisierte Schulungen absolvieren.
  • Unsere Ranger sicherten eine 4 000 km2 große Kernschutzzone, die nun frei von Bedrohungen ist. Wildtiere sind dort immer häufiger zu sehen.
  • Ein neues Programm wurde entwickelt, bei dem sogenannte Transhumanz-Sensibilisierungshelfer mit Hirten zusammenarbeiten, um neue Routen für ihre Rinder zu erschließen, die außerhalb des Chinko-Gebietes liegen.
  • Die ersten Infrastrukturmaßnahmen waren der Bau des Hauptsitzes und die Verbesserung des 180 km langen Straßennetzes, einschließlich der Errichtung von 50 km neuen Straßen.
  • 380 Binnenflüchtlinge, hauptsächlich Frauen und Kinder, flohen nach Chinko, um sich vor zivilen Unruhen zu schützen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Chinko stellten ihnen Unterkünfte, lebensrettende Vorräte und medizinische Versorgung zur Verfügung, bis sie ein Jahr später sicher in ihre Heimat zurückkehren konnten.
  • Die jährliche Wildtierstudie dokumentierte 2018 zwischen 800 und 1 000 Schimpansen, 50-150 Elefanten, 2 500-3 000 Büffel, 400-500 Riesen-Elenantilopen, 70-80 Afrikanische Wildhunde und mindestens 12 Löwen.

Am Horizont

Chinko
© Gael-Yann le Martin

Die Wanderungen sudanesischer Hirten mit ihren tausendköpfigen Rinderherden stellen eine große Bedrohung für die Natur dar. Durch Aufklärung und verschiedene Anreize wollen wir die Nutzung von ausgewiesenen Weidekorridoren fördern und nicht-tödliche Alternativen anbieten, um Nutztiere vor Raubtieren zu schützen. Zudem arbeiten wir daran, unsere Rangertruppe zu vergrößern und Elenantilopen und andere Huftiere weiterhin mit Satellitenhalsbändern auszustatten.

Parter

African Parks verwaltet Chinko nach dem Public-Private-Partnership-Modell (PPP) in Partnerschaft mit dem Ministry of Environment for Sustainable Development of Water, Forests, Hunting and Fishing mit einer Mandatsdauer von 50 Jahren. Die Partnerschaft gewährleistet, dass Chinko lokale Gemeinden fördert, das Ökosystem schützt und den wirtschaftlichen Wert des Parks durch den Tourismus aufrechterhält.

  • Ministry of Water and Forestry, Hunting and Fishing der Zentralafrikanischen Republik
    Das Ministerium für Wasser, Forst, Jagd und Fischerei trägt weiterhin die Hauptverantwortung für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Waldressourcen, einschließlich der Überwachung der kommerziellen Forstwirtschaft und der Verwaltung der Nationalparks der ZAR. Wir begannen unsere Arbeit mit dem Ministerium für Wasser, Forst, Jagd und Fischerei in Chinko im Jahr 2014.
  • Elephant Crisis Fund (ECP)
    
Der Elephant Crisis Fund wird von Save the Elephants und dem Wildlife Conservation Network unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Leonardo DiCaprio Foundation. Der ECP ist ein flexibler und reaktionsschneller Fonds, der sich auf Soforthilfe und die Unterstützung von großen und kleinen NGOs sowie Regierungen spezialisiert, um die Wilderei und den illegalen Handel von Elfenbein zu bekämpfen. Seit 2016 stellte der Fonds über 800 000 USD für Projekte im gesamten Portfolio von African Parks bereit, darunter in Zakouma, Chinko, Garamba, Pendjari und Odzala
  • Bekou Treuhandfonds der Europäischen Union
    Die Europäische Union (EU) ist strategische Finanzierungspartnerin in Zentralafrika und stellt Ankerfinanzierungen für die „Greater Garamba“-Region in der Demokratischen Republik Kongo, die „Greater Zakouma“-Region sowie das Natur- und Kulturreservat Ennedi in Tschad, Chinko in der Zentralafrikanischen Republik und den Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo bereit. Im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds hat die Europäische Union 21,5 Millionen EUR für die „Greater Garamba“-Region (2016–2020), 10 Millionen EUR für das „Greater Zakouma“-Ökosystem (2017–2021), 6 Millionen EUR für den Odzala-Kokoua-Nationalpark (2018–2023), 4,7 Millionen EUR für das Natur- und Kulturreservat Ennedi (2018–2023) und 5,55 Millionen EUR für Chinko über das ECOFAC-VI-Programm (2019–2022) bereitgestellt. Darüber hinaus hat sich der EU-Treuhandfonds Bêkou für die Zentralafrikanische Republik zu 1,5 Millionen EUR für Chinko verpflichtet.
  • Fondation Segré
    Fondation Segré ist eine 1996 gegründete Schweizer Stiftung, die sich dem Schutz der Biodiversität, der Erhaltung bedrohter Arten und ihres Lebensraums sowie der Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme verschrieben hat. Die Fondation Segré wurde im Jahr 2016 strategische Finanzierungspartnerin von African Parks und unterstützte unsere Arbeit in den Bangweulu-Feuchtgebieten in Sambia, in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo, im Bazaruto-Archipel-Nationalpark in Mosambik und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Bis heute hat sie African Parks mehr als 3 Millionen USD zur Verfügung gestellt.
  • Walton Family Foundation
    Der Rob and Melani Walton Fonds der Walton Family Foundation fördert den Naturschutz und den Schutz der Biodiversität. Die Stiftung unterstützt African Parks seit 2010, leistete maßgebliche Anschubfinanzierungen für den Akagera-Nationalpark in Ruanda und ermöglichte uns unsere Arbeit im Allgemeinen. 2018 erhielten wir zum vierten Mal Gelder aus dem jüngsten Zuschuss von insgesamt 5 Millionen USD, der über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt wird, um das Portfolio von African Parks strategisch weiter auszubauen, mit einem besonderen Fokus auf Akagera.
  • Die United States Agency for International Development (USAID)
    Die United States Agency for International Development (USAID) betreibt das „Central Africa Regional Program for the Environment (CARPE)“ mit dem Ziel, die ökologische Integrität des Kongobecken-Regenwaldes zugunsten der lokalen Bevölkerung und der globalen Gemeinschaft zu erhalten und gleichzeitig die Ressourcenbasis für zukünftige Generationen zu schützen. USAID vergab African Parks eine Kooperationsvereinbarung über 10 Millionen USD für den Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo und Chinko in der Zentralafrikanischen Republik für 2016–2020. Eine Kooperationsvereinbarung von rund 10 Millionen USD wurde an ein Konsortium von drei Organisationen unter der Leitung von African Parks vergeben, um Garamba, Chinko und Bili Uele für den Zeitraum 2018–2022 zu unterstützen. African Parks beteiligt sich auch am Projekt „Community Resiliency in Central Africa (CRCA)“, das die gefährdeten Gemeinden in der Umgebung der Parks zusammen mit der Organisation „Invisible Children“ unterstützt.
  • Der U.S. Fish and Wildlife Service (USFWS)
    Der U.S. Fish and Wildlife Service setzt sich für die Erhaltung und den Schutz von Fischen, Wildtieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ein. Die Behörde vergab Zuschüsse zur Unterstützung unserer Anti-Wilderei-Programme in Chinko in der Zentralafrikanischen Republik, im Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo und im Zakouma-Nationalpark in Tschad. Im Jahr 2018 unterstützte USFWS zusammen mit USAID weiterhin das Management und den Schutz von Garamba und Chinko in Zentralafrika und erneuerte seine Unterstützung des Odzala-Kokoua-Nationalparks durch den WWF im Rahmen des Sangha Tri-National and Northern Congo Forest Landscape Cooperative Agreement. USFWS setzte zudem seine Unterstützung für die Elefantenüberwachung in Zakouma fort.

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Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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