Bangweulu-Feuchtgebiete

Sambia

Über das Reservat

Bangweulu bedeutet „wo das Wasser auf den Himmel trifft“ – eine perfekte Beschreibung dieses außerordentlichen Feuchtgebiets im Nordosten Sambias.

AP Bangweulu Wildlife
© Mana Meadows

Bangweulu gehört den lokalen Gemeinden: 50 000 Menschen haben das Recht, die natürlichen Ressourcen des Parks nachhaltig zu nutzen und sind ausschließlich auf deren Fülle angewiesen. Doch aufgrund fehlender Alternativen leidet Bangweulu seit Jahrzehnten unter der hemmungslosen Wilderei und Überfischung. Das änderte sich im Jahr 2008, als African Parks eine langfristige Vereinbarung mit dem Department of National Parks and Wildlife (DNPW) unterzeichnete, um mit den Gemeinden zusammenzuarbeiten und die Feuchtgebiete zum Wohl von Wildtieren und Menschen nachhaltig zu verwalten.

Bangweulu
© Mana Meadows

Mehr als 11 Jahre später bringt Bangweulu die Bedürfnisse der Menschen mit der Erhaltung der Tierwelt in Einklang. Dank eines jährlichen dreimonatigen Fangverbots nahmen die Fischbestände deutlich zu, die Fangquoten erhöhten sich und die Fischverkäufe stiegen. Die Wilderei wurde eingedämmt und die Zahl der Schwarzen Lechwes (eine Antilopenart) stieg in den letzten fünf Jahren von 35 000 auf über 50 000. Die weltweit bedeutende Population der Schuhschnäbel wächst weiterhin: 2018 standen mindestens sechs Nester unter Schutz von Gemeindewachen. Im Jahr 2017 fand eine bedeutende Wildtier-Umsiedlung statt, bei der 250 Tiere, darunter Zebras und Impalas, in das Feuchtgebiet transportiert wurden, um die Restpopulationen zu stärken. Die Gesundheitsversorgung wird in allen sechs Stammesfürstentümern gewährleistet und im Jahr 2018 unterstützte der Park 91 Schulen. Bangweulu ist der größte Arbeitgeber in der Region und auf dem besten Weg, ein Vorbild für den gesellschaftsorientierten Naturschutz auf dem Kontinent zu werden.

Höhepunkte

  • Dank unseres effektiven Parkmanagements stieg die Zahl der Schwarzen Lechwes, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als gefährdet eingestuft und nur in Bangweulu zu finden sind, von 35 000 im Jahr 2010 auf über 50 000 im Jahr 2019.
  • Bangweulu beherbergt über 430 Vogelarten, darunter 10 Prozent der weltweiten Population von Klunkerkranichen und die weltweit bedeutende Population des gefährdeten Schuhschnabels.
  • Bangweulu ist der größte Arbeitgeber in der Region und bietet allen sechs Stammesfürstentümern Gesundheitsversorgung und Bildung.
  • Die Gemeinschaftsprogramme und Projekte zur Entwicklung von lokalem Gewerbe (Imkerei, Fischereimanagement) erreichen mehr als 50 000 Menschen in Bangweulu.
  • Dank des Fangverbots während der Laichzeit stiegen die Fischbestände.
  • 2017 lancierten wir einen Schuhschnabel-Nestschutzplan mit der Unterstützung von Gemeindemitgliedern, die sich freiwillig als Nestwachen engagieren. So können wir die Nistplätze der Schuhschnäbel schützen und verhindern, dass ihre Eier oder Küken für den illegalen Wildtierhandel gestohlen werden.
  • Wir konnten die verheerende Wilderei der Vergangenheit durch unser Rechtsdurchsetzungspersonal und unsere Kundschafter (Scouts) aus den Gemeinden eindämmen. Dazu gehört auch ein Anti-Wilderei-Team zu Pferd, das den Rechtsdurchsetzungseinheiten ermöglicht, größere Entfernungen zurückzulegen und mehr Wildtiere während der Patrouillen zu schützen.
Bangweulu Law Enforcement Rangers Parade
© Vanessa Stephens
  • ZeduPads (pädagogische Tablets für den Unterricht) mit dem nationalen Lehrplan und Lehrmaterial zum Thema Naturschutz erreichen weiterhin mehr als 1 000 Schülerinnen und Schüler.
  • Wir beschäftigen neu eine Beraterin für reproduktive Gesundheit, die in allen Stammesfürstentümern arbeitet und Sensibilisierungsprogramme zur Familienplanung durchführt.

Am Horizont

AP Bangweulu Wildlife
© Lorenz Fischer

Im Jahr 2019 erwarten wir die Ansiedlung von 200 Büffeln aus einem Nationalpark in Sambia. Der Fischereimanagementplan wird weiterhin kontinuierlich umgesetzt: Wir setzen Fischverbote durch, unterstützen Fischer bei der Verringerung ihres Fischverlustes und verschaffen ihnen Zugang zu den Märkten. Darüber hinaus planen wir den Ausbau des Schuhschnabel-Nestschutzprogramms, das lokale Fischer zur Überwachung von Schuhschnabel-Nestern beschäftigt. Zusätzlich unterstützen wir Imkereien in den Gemeinden, um die Einnahmen durch die Produktion und den Verkauf von Honig zu erhöhen.

Partner

African Parks verwaltet Bangweulu mit dem Department of National Parks and Wildlife (DNPW) und den sechs Community Resource Boards (CRBs), die für die Region, in dem sich das Schutzgebiet befindet, rechtlich zuständig sind. Das Bangweulu Wetlands Management Board wurde 2008 gegründet, nachdem die Gemeinden über ihre Chiefs, CRBs und Berater African Parks eingeladen hatten, ihr Management-Partner für die Bangweulu-Feuchtgebiete zu sein.

Der Vorstand besteht aus Vertretern der sechs lokalen Gemeinden, African Parks und dem DNPW. Dadurch wird sichergestellt, dass die Interessengruppen im Zentrum des Schutzgebiets – die Menschen, die dort leben und arbeiten – eine bedeutende Rolle in der Verwaltung des Gebiets spielen.

  • DNPZ
    Zambian Department of National Parks and Wildlife (DNPW)
    Das DNPW setzt sich für den Schutz und die Erhaltung der sambischen Naturschutzgebiete ein, die Verbesserung der Lebensqualität in den Gemeinden und die Erhaltung der Biodiversität. Wir begannen unsere Arbeit mit dem DNPW im Liuwa-Plain-Nationalpark im Jahr 2003 und in den Bangweulu-Feuchtgebieten im Jahr 2008.
  • Buffett
    Sechs Community Resource Boards
    Die Community Resource Boards (CRBs) sind unsere wichtigsten Gemeindepartner in der Verwaltung der Bangweulu-Feuchtgebiete. Die sechs Resource Boards setzen sich aus demokratisch gewählten Gemeindemitgliedern aus den sechs Chiefdoms von Bangweulu zusammen. Die Mitglieder vertreten die größere Gemeinschaft von Bangweulu und stellen sicher, dass die wichtigsten Interessengruppen direkt in die Verwaltung des Gebietes miteinbezogen werden.
  • wwf
    Der WWF
    Der WWF unterstützt African Parks seit 2007 mit dem Ziel, das Managementmodell von African Parks im gesamten afrikanischen Kontinent zu verbreiten. Wir arbeiten mit dem WWF Sambia zusammen, der zu unseren Kernbetriebskosten und Schutzprojekten im Liuwa-Plain-Nationalpark und den Bangweulu-Feuchtgebieten beiträgt. Der WWF Niederlande stellte über 6,5 Millionen EUR zur Unterstützung unserer sambischen Parks und des Odzala-Kokoua-Nationalparks in der Republik Kongo bereit. Der WWF in den USA hat sich mit uns zusammengeschlossen, um ein langfristiges USFWS-gefördertes Projekt in der Republik Kongo zu realisieren, und seit kurzem ist der WWF Belgien ein strategischer Finanzierungspartner, der unsere Parks in Malawi und Liuwa Plain unterstützt.

Besuchen Sie den Park

Unsere Tourismuseinnahmen stärken nicht nur die Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden, sondern sichern auch das Überleben des Parks und seiner Tiere.

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